23.07.2021 06:00 |

Autonomes Fahren

Bundesheer: Soldaten marschieren bald mit Robotern

Am Truppenübungsplatz Seetaler Alpen üben steirische Forscher und Militärs gemeinsam den Einsatz vollautomatisierter Fahrzeuge. Das Ziel: eine internationale Vorreiterrolle.

Zugegeben: Auf der Schotterstraße gleich hinter der Cafeteria beim Truppenübungsplatz Seetaler Alpen kann man es sich schwer vorstellen. Aber schon in wenigen Jahren sollen selbstfahrende Roboter für den Einsatz beim Bundesheer bereit sein. Bei den ersten Austian Alpine Robotic Trials wurden sie drei Tage lang getestet.

Einer dieser Roboter ist der „Palona“, den die TU Graz und Joanneum Research entwickeln. „Die Vision ist, dass er gefährliche Passagen ohne Besatzung durchqueren kann, um abgeschnittene Truppen zu versorgen. Auch im Katastrophenschutz kann er zum Einsatz kommen“, erklärt Heinz Mayer von Joanneum Research. In vier bis fünf Jahren soll der „Palona“ bei Iveco serienmäßig vom Band laufen. Jetzt wurde gerade die erste Entwicklungsphase beendet. Kostenpunkt bis zum Schluss des Projekts: ein zweistelliger Millionenbetrag.

Besondere Sensoren notwendig
So ein vollautomatisches Fahrzeug zu bauen stellt die Wissenschaftler vor einige Herausforderungen – vor allem, wenn sie nicht auf Straßen, sondern im Gelände fahren sollen, wie Günther Trattnig von der Militärtechnologie erklärt. „Es gibt keine Infrastruktur wie Straßenschilder und Spuren. Außerdem soll die Sensorik der Fahrzeuge nichts aussenden, damit sie nicht entdeckt werden. Auf GPS können sie sich nicht verlassen – das könnte im Ernstfall gestört werden. Das Fahrzeug muss sich selbst verorten können.“

Was bringt der Test am Militärgelände – würde nicht auch, sagen wir, der Schöckl ausreichen? Nein, sagt Heinz Mayer. „Hier bekommen wir leichter Dinge wie eine Bewilligung für eine GPS-Störung.“

Tanner sichert Geld zu
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, angereist via Black-Hawk-Hubschrauber zwischen Gipfelkreuz und Scharfschützen-Übungen, gibt sich am Mittwoch begeistert von den Robotic Trials: „An erster Stelle steht der Schutz unserer Soldaten. Da steht autonomes Fahren an erster Stelle. Und es zeigt, wie das Bundesheer mit Forschung und Wirtschaft zusammenwirkt.“ Neben Mut brauchte es in dem Bereich auch Geld, wie ein Redner sagt. „Wir haben auf jeden Fall die Möglichkeit, zu unterstützen.“

Hannah Michaeler
Hannah Michaeler
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