Rechnungshof-Kritik

Linz hinkt beim Klima Wien und Graz hinterher

Während Wien und Graz schon vor Jahren ihre Strategiepläne fixierten, hätte Linz vergleichsweise spät mit der Entwicklung eines Maßnahmenpakets zur Anpassung an den Klimawandel begonnen - so die Kritik des Bundesrechnungshofs. Ein Umstand, der Umweltstadträtin Schobesberger nicht irritiert, sondern freut.

Vorweg: Der Überprüfungszeitraum des gestern vom Bundesrechnungshof veröffentlichten Berichts zur „Anpassung an den Klimawandel in Linz“ umfasst die Jahre 2015 bis 2019. Heißt: Empfehlungen, wie etwa zeitnah ein Klimawandelkonzept auszuarbeiten und zu beschließen, sind in der Zwischenzeit zumindest bereits auf den Weg gebracht.

Verspätete Hausaufgaben
Dennoch bedenklich, wie aus dem Bericht hervorgeht, dass Wien und Graz ihre „Hausaufgaben“ viel früher machten und schon 2015 und 2016 über einen „Urban Heat Islands Strategieplan“ - um städtische Hitzeinseln abzukühlen - oder eine Klimawandelanpassungsstrategie verfügten.

Kein Hitzeinsel-Maßnahmenpaket
„Das hätten wir in Linz auch haben können, aber es gab dafür einfach nie eine Mehrheit“, klärt Schobesberger auf. „So verweigerten etwa 2018 SPÖ, FPÖ und NEOS ihre Zustimmung für den grünen Maßnahmenpakt zur Vermeidung von Hitzeinseln in der Stadt.“

Bericht als Rückenwind für Baumschutzgesetz
Gerade deshalb sieht die Umweltstadträtin den Bericht als Rückenwind für die Linzer Klimapolitik: „Nur wenn wir die Ergebnisse der Stadtklimaanalyse konsequent umsetzen, können wir die Grünräume, sowie die Frischluft- und Kaltluftentstehungssysteme schützen.“ Übrigens: Auch der Rechnungshof stellt sich hinter die grüne Forderung nach einem Baumschutzgesetz, mit der man zuletzt auf Landesebene scheiterte.

Mario Ruhmanseder
Mario Ruhmanseder
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Sonntag, 19. September 2021
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