Der 46-Jährige und seine Lebensgefährtin hatten seit 2008 eine intime Beziehung. Mit im Haushalt lebte auch die minderjährige Tochter der Frau. Im Frühjahr 2010 kam es dann zu derartigen Zerwürfnissen zwischen den beiden, dass die Frau den Mann von der Polizei aus der Wohnung hinauswerfen ließ. Als der Mann daraufhin von seiner Lebensgefährtin 4.500 Euro für Investitionen in die gemeinsame Wohnung forderte, platzte die Bombe.
"Meine Tochter hat mir von den sexuellen Übergriffen erst erzählt, als sie sah, wie schlecht es mir wegen der finanziellen Forderungen ging", schildert die Mutter vor Gericht. Sie hatte daraufhin ihren nunmehrigen Ex angezeigt und dieser landete wegen sexuellem Missbrauch der Tochter und deren Freundin sowie wegen massiver Drohungen und Nötigung auf der Anklagebank. Die beiden Minderjährigen bestätigten bei einer gerichtlichen Einvernahme, dass sie mehrfach sexuell missbraucht worden wären.
"Es kam nie zu sexuellen Übergriffen"
Der Angeklagte bestritt alle Vorwürfe aber heftig: "Wir hatten zwar immer wieder Streit, aber es kam nie zu sexuellen Übergriffen von mir an den Mädchen und auch zu keinen Drohungen und Nötigungen."
Dann schilderte er zumindest sehr ungewöhnliche Praktiken im Alltag des Paares. So habe ihm die Minderjährige mehrfach beim Urinieren zugesehen und war auch Augenzeugin, als sich die Erwachsenen die Haare im Genitalbereich rasierten. Aussagen, die von der Frau vollinhaltlich bestätigt wurden.
Richter vertagt Prozess
Um mehr Licht in das Dunkel dieses "Familienlebens" zu bringen, vertagte Richter Peter Friedrich. Er will nun Einblick in das Tagebuch des Mädchens nehmen und eine weitere Zeugin anhören.
von Werner Kriess, Tiroler Krone









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