Sage und schreibe 391 verschiedene Tarife hat der Rechnungshof beim Durchleuchten der Tiroler Heimlandschaft gezählt. "Bei gleichem Betreuungsbedarf beträgt der Unterschied bis zu 945 Euro pro Monat", stellen die Prüfer fest. Die Tarife seien zudem nicht ausreichend mit dem Pflegegeld abgestimmt. Das heißt: Der Heimtarif steigt viel stärker als das Pflegegeld.
Die Betreuung in einem Alten- und Pflegeheim ist in Tirol generell eine teure Sache. 25 Prozent mehr als in Kärnten kostet ein Platz. Unübersichtlich sind die Zahlungsströme. Beim Altenwohnheim Telfs zum Beispiel gibt es laut Prüfer 19 Wege über Bund, Land, Gemeinden und Bewohnern, um die Kosten für einen Heimplatz abzudecken.
Land gewährt mehr Förderung als möglich
Chaotisch und willkürlich mutet das Vorgehen des Landes an. Bei der Berechnung des Heimbedarfes für die Zukunft seien weder regionale Unterschiede noch neuere demographische Entwicklungen berücksichtigt worden, kritisiert der Rechnungshof. Im Fall Telfs wurde im Prüfungszeitraum sogar 110 Heimplätze zu viel gezählt. So kam es, dass teure Heimplätze für betreutes Wohnen genutzt und dadurch viel Geld in den Wind geschossen wurde. Ein weiteres Beispiel: Für ein Heim in Seefeld gewährte das Land dem "Gemeindeverband Altenwohnheim Telfs" Förderung für 72 Plätze. Im Heim können aber, wenn die Vorgaben eingehalten werden, nur 50 Personen untergebracht werden.
Bei Personal und Ausstattung fehlen laut Rechnungshof klare Vorgaben. Außerdem werde zu wenig Qualitätskontrolle betrieben.
von Claudia Thurner, Tiroler Krone









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