Konkret sollen alle Türen der "Silberpfeile" bis 2016 mit sensibleren Türfühlerkanten ausgestattet werden. Diesen elf Millionen Euro teuren Schritt hatten die Wiener Linien bereits im Sommer 2010 angekündigt, kurz nachdem ein fünfjähriger Bub zwischen zwei U-Bahn-Türen eingeklemmt, mitgeschleift und schwer verletzt worden war (siehe Infobox). Damals war allerdings noch von einem Zeitrahmen bis 2019 die Rede.
Das neue Schließsystem erkenne Widerstände, die weniger als einen Zentimeter breit seien, so Lichtenegger. Alte Türen reagieren hingegen erst bei Gegenständen mit bis zu 5,5 Zentimetern Breite. Den Tausch noch schneller als bis 2016 durchzuführen, sei aus finanziellen und logistischen Gründen aber nicht möglich, argumentierte der Wiener-Linien-Chef.
Neuerungen auch bei Bus und Bim
Technische Neuerungen wird es infolge des "Zwölf-Punkte-Programms" auch bei Bus und Bim geben. So wird die neue Busflotte über Weitwinkel-Außenspiegel verfügen, damit Haltestellenbereiche besser einsehbar werden. Die entsprechende Ausschreibung für die neuen Fahrzeuge soll in den kommenden zwei Jahren erfolgen. Eine Umrüstung des jetzigen Fuhrparks sei aber nicht geplant, da nachträgliche Lösungen kaum realisierbar seien, versicherte der Geschäftsführer.
Bei den Niedrigflurstraßenbahnen (ULF) wird hingegen der Brandschutz erhöht. Zwei Garnituren hatten in den vergangenen Jahren Feuer gefangen (siehe Infobox). Um dies künftig nachhaltig zu verhindern, sollen die Hydraulikleitungen bzw. -schläuche öfter getauscht und das System in kürzeren Intervallen geprüft werden. Außerdem kommt ab sofort ein anderes Hydrauliköl, das schwerer entflammbar ist, zum Einsatz.
Disziplin der Mitarbeiter erhöhen
Maßnahmen ergreifen die Verkehrsbetriebe darüber hinaus im Personalbereich. Vor allem bei der verpflichtenden Überprüfung der Fahrzeuge vor jedem Fahrtantritt sei es zu Nachlässigkeiten gekommen. Laut Lichtenegger ist der Zustand der Busse und Züge durch den Fahrer in fünf Prozent der Fälle gar nicht oder nur mangelhaft geprüft worden. Um die Disziplin der Mitarbeiter zu erhöhen, soll die ordnungsgemäße Überprüfung nun intern dichter und verschärft kontrolliert werden.
Außerdem wird beim Ausbildungsprogramm nachjustiert, wonach ein verstärkter Fokus auf die Beachtung der Geschwindigkeit - Stichwort: Bim-Entgleisungen (siehe Infobox) - oder das Abfertigen der Züge gelegt wird. Ein neues EDV-System soll zudem sicherstellen, dass jeder einzelne Fahrer einmal pro Jahr die vorgeschriebene Auffrischungsschulung absolviert. Alles in allem gebe es bei den Wiener Linien freilich eine "außergewöhnlich hohe Verkehrssicherheit", betonte Lichtenegger. Die Wahrscheinlichkeit, mit den Öffis zu verunglücken, liege bei eins zu einer Milliarde.










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