30.06.2021 07:30 |

Prozess in Innsbruck

Langeweile und Geldnot: Jugendbande auf Beutetour

Falsche Freunde, der Adrenalin-Kick, Langeweile oder Geldnot: Aus unterschiedlichsten Gründen begaben sich mehrere Jugendliche im Vorjahr in Osttirol alleine oder in unterschiedlicher Beteiligung immer wieder auf Beutezug. Sechs von ihnen saßen nun vor Gericht ...

Vom „kleinen“ Diebstahl in Kellerabteilen bis hin zum Coup in einer Pizzeria mit einer Beute von angeblich rund 17.000 Euro: Die Liste der Straftaten, für die eine kriminelle Jugendbande im Bezirk Lienz verantwortlich sein soll, ist lang. Dabei hätte der Aktenordner noch deutlich dicker ausfallen können, aber „man war großzügig“, wie Staatsanwältin Erika Wander betonte. Einige Fakten, die man ihnen nicht zu 100 Prozent beweisen konnte, wurden eingestellt. Sie wären wohl nicht ins Gewicht gefallen.

Und so mussten Dienstagvormittag vor Richter Andreas Fleckl zunächst einmal sechs der Jugendlichen Platz nehmen, die vor allem im Vorjahr zwischen Juli und Dezember ihr Unwesen trieben. Wobei zu Prozessbeginn nur einer der Burschen anwesend war. Mit der Pünktlichkeit nimmt es der Rest der Clique offenbar nicht so genau. Erst nach der akademischen Viertelstunde trudelte schließlich auch der Rest mit Plastiktaschen in der Hand im Schwurgerichtssaal ein.

Dass sich die jungen Angeklagten nicht an Regeln halten, zeigt auch ein Blick in ihre Verwaltungsakten. Bis zu 5000 Euro Schulden haben sich bei dem ein oder anderen allein aufgrund von Corona-Strafen in kürzester Zeit angehäuft.

14-Jähriger vermutlich der Anführer der Gang
Vor allem der vermeintliche Kopf der Bande, kurioserweise der Jüngste im Bunde, stahl offenbar alles, was er in die Hände bekam.

Zitat Icon

Mit meinem Anteil habe ich mir unter anderem Schuhe und Kleidung gekauft.

Ein 14-jähriger Angeklagter

„Ich würde sagen, dass insgesamt rund 20.000 Euro Beute gemacht wurde“, räumte der 14-Jährige ein. „Mit meinem Anteil habe ich mir unter anderem Schuhe und Kleidung gekauft.“

Von Geldstrafen bis hin zu einigen Monaten Haft
Richter Fleckl verhängte über ihn nicht rechtskräftig sieben Monate Haft - ein Monat davon muss er tatsächlich absitzen. Während seine Komplizen Geldstrafen von 720 bis 960 Euro (alle zur Hälfte bedingt) ausfassten, muss ein 19-Jähriger neun Monate hinter Gitter. Er war nämlich der einzige, der bereits mehrere Vorstrafen zu Buche stehen hatte. Sollte auch sein Urteil rechtskräftig werden, kann er die Strafe aber wohl mit einer Fußfessel absitzen.

Samuel Thurner
Samuel Thurner
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