29.06.2021 17:30 |

Frage an Politiker

Wie holen Sie Wien aus dem Hitze-Wahnsinn?

Nach dem heutigen Tropentag ist der Wettergott kurzfristig gnädig - aber die nächste Hitzewelle rollt bald an! Die „Krone“ fragt die Verantwortlichen der Wiener Stadtregierung: Was gedenken Sie gegen diese Höllentemperaturen zu unternehmen?

Jetzt kommt der coolste Sommer - freuten sich die beiden Stadträte Ulli Sima und Jürgen Czernohorszky (beide SPÖ) noch vor drei Wochen bei der Präsentation von ein paar Nebelduschen und Brunnen. Der heutige Tag ist weniger cool: Tropenhitze auch in den Wohnungen, schwüle Luft zum Schneiden dick. Frage an die Verantwortlichen: Wie holen Sie uns aus dem Hitze-Wahnsinn?

Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky lobt den Grünanteil von 53 Prozent. Der langfristige Plan: 400.000 m² Grünfläche zusätzlich bis 2025. Insgesamt werden in den kommenden Jahren Fördermittel in der Höhe von 100 Millionen Euro für „Klimawandel-Anpassungsmaßnahmen“ ausgeschüttet.

Planungsstadträtin Ulli Sima freut sich über die „Sofortmaßnahmen“ (166 Nebelduschen, 75 Trinkbrunnen usw.). Aber wo sind die langfristigen Lösungen? „Wir arbeiten gerade am Stadtenwicklungsplan bis 2035“, so Sima. „Begrünung ist ein großer Schwerpunkt. Auch wie wir widmen und bauen. Da laufen Mikroklimauntersuchungen. Wo errichten wir Häuser, dass es auch Wind gibt?“ Weiters: Baumpflanzungen im großen Stil mit „XL-Bäumen“, mehr Öffis und das „flächendeckende Parkpickerl“.

Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr setzte sich vor der Wahl für kühlere Städte ein. Was bleibt? „Das Ziel, bis 2025 in jedem Bezirk eine neue Wasserfläche im dicht bebauten Bereich zu schaffen“, heißt es aus seinem Büro. „Derzeit wird zum Beispiel der Liesingbach renaturiert.“

Thema Verkehr: Wien will nicht Paris werden
Bei einem wichtigen Thema will niemand anecken: Lobautunnel und die Stadtstraße. Während in anderen Städte wie Paris Grünflächen den Raum erobern, sind es bei uns Blechlawinen. „Wir stehen dem Tunnel sehr skeptisch gegenüber“, so Wiederkehr. Aber: die Planungs- und Projektarbeiten seien bereits zu weit fortgeschritten. Ausweichendes aus den SPÖ-Büros. Wurde in der Vergangenheit fixiert. Pech gehabt.

Fazit: Wenig Mutiges, am Verkehr will sich niemand die Finger verbrennen. Wir stellen uns unter Nebelduschen - oder schwitzen weiter.

Michael Pommer
Michael Pommer
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