Rettendes Blut

F: Erstes Designer-Baby geboren - um Bruder zu heilen

Ausland
08.02.2011 15:36
Aufregung in Frankreich: Erstmals wurde in dem Land ein sogenanntes Designer-Baby geboren, also ein Kind, dessen Nabelschnurblut helfen soll, sein älteres Geschwisterchen zu heilen. Der große Bruder leidet an Beta-Thalassämie, einer genetisch bedingten, potenziell tödlichen Bluterkrankung. Das Designer-Baby kam bereits am 26. Jänner in der Klinik Antoine Béclère im Pariser Vorort Clamart zur Welt, doch erst jetzt machten die Ärzte den Vorgang publik.

Nach einer künstlichen Befruchtung hatten Mediziner per Präimplantationsdiagnostik (PID) einen Embryo ausgewählt, der den Gendefekt seines Bruders nicht aufwies und genetisch am besten zu dem Geschwisterchen "passte". Das Nabelschnurblut des Neugeborenen soll dem großen Bruder nun eine Stammzelltherapie ermöglichen.

In Österreich dürfen befruchtete Zellen oder Embryonen nicht für andere Zwecke als für die medizinische Fortpflanzung verwendet werden. Das heißt, jede Manipulation an einem Embryo darf nur direkt der Befruchtung dienen. Bei der PID kommt es auf die dabei verwendete Technik an. Eine genetische Untersuchung der Erbsubstanz aus den Polkörperchen einer Eizelle noch vor dem Verschmelzen der Erbsubstanz von Mutter und Vater ist erlaubt.

In den USA, Großbritannien, Belgien und Spanien wurden seit dem Jahr 2000 schon mehrere "Designer-Babys" geboren. In Frankreich ist das Verfahren seit 2006 erlaubt.

Symbolbild

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