20.06.2021 08:21 |

Weisungen ignoriert

Baby in Tiefgarage: Mutter muss wieder vor Gericht

Bei Eiseskälte entdeckte Ende Dezember 2020 ein Passant ein Neugeborenes in der Tiefgarage des LKH Graz. Seine Mutter kam kurz darauf mit einer Diversion davon. Weil sie sich an die Weisungen des Gerichts nicht gehalten hat, wurde das Strafverfahren gegen sie nun neu aufgerollt.

Ganz alleine brachte Ende Dezember 2019 eine damals 29 Jahre alte Deutschlandsbergerin ihr Baby in ihrer Wohnung zur Welt. Die Mutter – eine Rettungssanitäterin – nabelte das Mädchen ab, wickelte es in Handtücher und fuhr den ganzen Weg zum Landeskrankenhaus nach Graz.

Besucher fand Baby in letzter Sekunde
In eine Sporttasche gebettet, wollte sie die Kleine in die Babyklappe legen. Doch sie fühlte sich beobachtet – und „deponierte“ ihre Tochter stattdessen in der eiskalten Tiefgarage! Dort lag das hilflose Kind dann fast zwei Stunden lang, ehe es von einem Besucher halb erfroren gefunden wurde – es bestand akute Lebensgefahr! Sofort reagierte der Mann und brachte es zum Krankenhauspersonal. Bald stand fest: Die Kleine ist außer Gefahr.

Dank Videoüberwachung konnte die Polizei die Mutter des Säuglings bald ausforschen. Zwei Monate später stand sie in einer nicht-öffentlichen Verhandlung vor dem Richter am Landesgericht Graz. Das Ergebnis: Diversion auf zwei Jahre Probezeit inklusive Weisung zur Psychotherapie. Somit wäre die Steirerin straffrei davongekommen.

Alle Weisungen ignoriert, Kontakte abgebrochen
Doch die junge Frau ignorierte die Weisungen des Gerichts, meldete sich zu keiner Psychotherapie an und brach dann auch den Kontakt zur Bewährungshilfe ab.

Die juristische Konsequenz aus dem Fehlverhalten: Das Strafverfahren gegen die Sanitäterin ist bereits wieder rechtskräftig aufgerollt. Mit einer weiteren Diversion wird sie diesmal wohl nicht rechnen können...

Monika Krisper
Monika Krisper
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