21.05.2021 17:11 |

Ab 1. Jänner 2022

Deutschland verbietet das Schreddern von Küken

In Deutschland wird das millionenfache Töten männlicher Küken ab Anfang kommenden Jahres verboten. Am späten Donnerstagabend verabschiedete der Bundestag in Berlin ein entsprechendes Gesetz. Bisher werden in der Legehennen-Haltung jährlich mehr als 40 Millionen männliche Küken kurz nach dem Schlüpfen getötet, weil sie keine Eier legen und nicht so viel Fleisch ansetzen. Das ist ab dem 1. Jänner 2022 untersagt.

Stattdessen sollen nun Verfahren zum Einsatz kommen, mit denen das Geschlecht bereits im Ei bestimmt wird, damit männliche Küken gar nicht erst schlüpfen. Um in Zukunft auch Schmerzen für den Embryo zu vermeiden, sollen solche Methoden ab dem Jahr 2024 aber nur noch dann erlaubt sein, wenn das Geschlecht des Kükens schon in einem früheren Stadium des Brütens erkannt wird.

Verwaltungsgerichtshof hatte 2019 entschieden
Mit dem von Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) vorgelegten Gesetz muss sich abschließend auch noch der Bundesrat befassen, der das Vorhaben allerdings nur verzögern, aber nicht stoppen kann. Bereits 2019 hatte das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass die bisherige Praxis des Kükentötens nur noch für eine Übergangszeit zulässig ist, weil Tierschutzbelange höher zu bewerten seien als wirtschaftliche Interessen.

Schreddern in Österreich weiter erlaubt
In Österreich ist das Töten der Küken weiterhin erlaubt. Die Tiere werden nach dem Schlüpfen auf ein Fließband abgeladen, wo sie auf ‚grobe Schäden’ abgegriffen und nach Geschlecht aussortiert werden. Männliche Küken landen ohne Betäubung im Schredder oder werden vergast.

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