Die Wetterwarte hatte am Mittwoch eine Regenwarnung für Tirol ausgegeben: Und zwar für den Bereich vom Arlberg bis in den Kaiserwinkl. Tatsächlich begann es zu schütten wie sonst nur im Sommer bei Gewittern. In kürzester Zeit verwandelten sich kleinere Bäche in reißende Ungetüme und traten zum Teil über die Ufer. Die Feuerwehren standen im Dauereinsatz und mussten etliche Keller auspumpen: Vor allem in Kössen und Kirchdorf, wo eine Mure auf ein Wohnhaus zuschoss. Zum Glück waren offenbar keine Verletzten zu beklagen.
"Dieser hohe Pegel ist absolut ungewöhnlich"
Die Hochwassergefahr zeigt der Anstieg der Großache in Kössen am besten an: Wurde gestern um 3 Uhr ein Pegelstand von 150 Zentimeter gemessen, so stieg er im Tagesverlauf rasch auf 286 Zentimeter (10 Uhr), 337 Zentimeter (13.30 Uhr) und 370 Zentimeter (17.30 Uhr) an. Georg Raffeiner vom Hydrografischen Dienst des Landes Tirol: "Dieser hohe Pegel ist für die Jahreszeit absolut ungewöhnlich. Die Hochwassermeldemarke wurde erreicht. Zum Glück hat der Schnee viel Wasser gebunden und zurückgehalten."
Der Kössener Bürgermeister Stefan Mühlberger stand so wie sein Feuerwehrchef Hannes Schwentner im Dauereinsatz: "Das Wasser kam so schnell und unerwartet, dass sich Seitenbäche andere Wege als den normalen gesucht haben. Zum Glück gingen die großen Flüsse nicht über. Wir sind nochmals mit einem blauen Auge davongekommen."
"Österreich-Rekord" in Kössen
Der Wettertechniker Harald Wurzer von der ZAMG Innsbruck hat für die "Tiroler Krone" die aktuellen Niederschlagsmengen erhoben. In Kössen fielen 110,5 Liter vom Himmel: Österreich-Rekord! Zum Vergleich: In Innsbruck sind im gesamten Jänner im Schnitt 44 Liter Niederschlag zu erwarten. Die folgenden Ränge gehen durchwegs an Orte im Nordstau: Tannheim folgt mit 71,8 Liter vor Achenkirch mit 56,5 Liter, Kirchdorf mit 50,7 Liter und Seefeld mit 45,2 Liter.
von Günther Krauthackl, Tiroler Krone
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