20.04.2021 08:30 |

Bürger erzielen Erfolg

Oberlaa will keine weiteren Hochhäuser

Ein neuer Wohnkomplex neben dem anderen reiht sich in Oberlaa. Ein weiteres Mega-Projekt soll nächste Woche im Gemeinderat abgenickt werden. Der Widerstand ist massiv. Eine Bürgerinitiative hat 12.000 Unterschriften gesammelt und einen ersten Sieg errungen.

Seit mehr als drei Jahren kämpft die „Initiative Oberlaa“ gegen den Bauwahn am südlichen Stadtrand von Favoriten. Seit die U-Bahn bis hierher fährt, hörten die Bagger und Mischmaschinen nicht mehr auf zu arbeiten.

Rund um das einst idyllische Dorf schossen Betonburgen und Wolkenkratzer in die Höhe. Jetzt soll der nächste Klotz folgen. Das Projekt heißt „An der Kuhtrift“. Im Zuge dessen sollen 150 neue Wohneinheiten, Geschäfte des täglichen Bedarfs, Büroflächen sowie eine Park-and-ride-Anlage mit etwa 350 Stellplätzen entstehen. Lange Zeit war die Bauhöhe der Wohntürme ein Streitpunkt zwischen der Stadt und den eingesessenen Anrainern.

Die Proteste und die 12.000 Unterschriften zeigen einen ersten Erfolg. In einigen Bereichen wird die „Kuhdrift“ niedriger als ursprünglich vorgesehen. Statt den Hochhäusern - in Wien mindestens 35 Meter hoch - werden die Gebäude auf maximal 24-29 Meter beschränkt. Der oberste Turm misst 24 Meter und das unterste Hochhaus 29 Meter mit einem Gefälle von oben nach unten von 6 Metern. „Mit der reduzierten Bauhöhe konnte ein Kompromiss gefunden werden“, sagt Richard Stocker von der „Initiative Oberlaa“. Zufrieden sei man aber erst, wenn auf die Bauten am Südeingang verzichtet wird und ausreichend Platz für die Allgemeinheit, Parkerweiterung und Gesundheitseinrichtungen übrig bleiben würde.

Viel ist vom Dorf ohnehin nicht mehr da. Ein Blick von den verbliebenen Feldern aus zeigt die Ausmaße des Baubooms.

Katharina Mötzl
Katharina Mötzl
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