08.04.2021 08:00 |

Wirbel um Bäume

Eine Siedlung leidet an zu viel Lärm am Bergisel

Als die Stadt am Bergisel Bäume fällen ließ, war die Aufregung unter den Anrainern groß. Nicht zuletzt wegen der Eichkätzchen, denn auch der vermeintliche Lärmschutz spielte eine Rolle. Denn wie sich nun herausstellte, offenbarte diese Aktion ein tiefer gehenderes Problem: Die Siedlung leidet massiv unter Lärm.

Eine Siedlung leidet. Sie leidet an Lärm einerseits, aber auch darüber, dass sie, so erzählt es der Anwohner Manfred Hilbe, von der Stadt Innsbruck nicht darüber informiert wurde, dass die Bäume auf dem Hang vor ihrer Siedlung gefällt werden. Schade um die Vögel, schade auch um die Eichkätzchen. Vor allem aber fällt der natürliche Lärmschutz weg. Vom Bergiselweg kann man direkt auf die Ferrariwiese schauen. Dazwischen: Die A13.

Gefahr in Verzug
Doch wie jede Geschichte hat auch diese zwei Seiten. Der Anwohner Dieter Marini sieht die Sache nämlich ganz anders: Dieser Wald war laut ihm erstens kein guter Lärmschutz – wegen der Föhren. Die Föhren, auch als Kiefer bekannt, seien aber nicht nur kein guter Schutz gegen Lärm, sie seien außerdem auch schon über 100 Jahre alt – und gefährlich. Immer wieder, vor allem unter Schneelast, seinen Äste und Bäume umgeknickt. Marini freut sich, dass die Gefahr nun gebannt wird und die alten Bäume entfernt werden.

Vizebürgermeister versucht zu beruhigen
Vize Johannes Anzengruber klärt auf: „Wir haben eine Bürgermeldung erhalten, dass ein Baum in die Straße hängt. Daraufhin haben wir uns die Situation angesehen. Aufgrund von Gefahr im Verzug mussten wir diese und weitere gefährdende Bäume fällen.“ Noch stehen einige Bäume – und laut Anzengruber ist die Aktion auch so gut wie abgeschlossen. Vereinzelt könne es noch sein, dass Bäume entnommen werden müssen – aber der Großteil der Arbeit sei bereits erledigt. Überdies möchte man mit einem Mischwald wieder aufforsten und – so wie es sich Anrainer gewünscht hatten – auch Kirschbäume setzen. Für das Transitforum Austria-Tirol ist die Sache aber noch nicht erledigt: Mehrere Lärmmessungen wurden durchgeführt, eine Unterschriftenliste bereits erstellt. Für sie ist klar: Der Autobahnlärm muss unbedingt reduziert werden.

Verbindendes Problem: Der Lärm ist zu viel
Was die Anrainer aber verbindet, ist der Lärm der Autobahn. Dieser ist belastend, der Wunsch nach einer Lärmschutzwand war bisher vergebens. Doch auch um kleinere Schritte wären die Menschen aus der Siedlung schon froh: Ein Flüsterasphalt oder Tempo 80...

Nadine Isser
Nadine Isser
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