07.04.2021 08:22 |

Gemeindezentrum Lech

Werden die Bürger zum „Koloss von Lech“ befragt?

Die Diskussion um das Gemeindezentrum von Lech hat die Kommune weiterhin fest im Griff. Ein eigens gegründeter Ausschuss soll die Redimensionierung des Projekts vorantreiben, scheitert aber an der Mauerpolitik der Projektbetreiber. Währenddessen wird der Ruf nach einer Volksbefragung im Dorf immer lauter.

Das geplante Gemeindezentrum in Lech lässt die Wogen weiter hochgehen. Seit vielen Wochen ist ein Ausschuss damit beschäftigt, eine Redimensionierung des Projekts auf Schiene zu bringen - allein, der Erfolg blieb bis dato aus. Brigitte Finner von der Liste „Zukunft wagen“ und selbst Mitglied des Ausschusses, reißt schön langsam der Geduldsfaden. „Wir sind der Meinung, dass Architekt Christian Matt wie auch Projektleiter Haßler keinerlei Bereitschaft zeigen, eine Redimensionierung vorzunehmen.“ Stattdessen würden sie die Gemeindevertreter mit „Gruselszenarien“ eindecken. „Es wird uns nur vorgerechnet, wie viel Geld jede Änderung kosten würde“, sagt sie.

Blockaden an allen Ecken und Enden
Mit dieser Einschätzung ist Finner nicht allein. Seit Monaten erzählen sich die Lecher, dass an allen Ecken und Enden blockiert werden würde. Auch die Informationsbeschaffung gestaltet sich offenbar weiterhin schwierig. „Der Gemeinde wurde von Projektleiter Haßler eine Rechnung gestellt - nur für Informationen über das Projekt. Und selbst jetzt liegen noch nicht alle Infos am Tisch“, beklagt Finner.

Unklarheit statt Details
Da verwundert es wenig, dass nun Gerüchte kursieren, dass bei einem der beiden Gebäudeblöcke sogar ein sechstes Stockwerk eingeplant worden sei. Und im Veranstaltungssaal soll es keine Fenster geben. Für eine Stellungnahme zu den Planungen war Architekt Christian Matt gestern leider nicht erreichbar.

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Die Frage ist: Soll Lech weiterhin ein historisch gewachsenes Dorf mit Familienbetrieben sein oder wird es dem Immobilienmarkt zum Fraß vorgeworfen?

Brigitte Finner, Liste „Zukunft wagen“

Sorge um Bestand von Lech als historisch gewachsenes Dorf
Finner sorgt sich unterdessen nicht nur um die Finanzierung des 40-Millionen-Euro-Baus, sondern auch um den Bestand von Lech als historisch gewachsenes Dorf. „Es sind die Familienbetriebe, die in Lech das Geld erwirtschaften, nicht die Chalets.“ Nach dem touristischen Totalausfall wegen Corona und der in vielen Betrieben problematischen Nachfolgersuche fragt sich: Wer soll das alles zahlen? Und wer wird dann noch in Lech leben? „Es wird sich weisen, ob man in ein paar Jahren überhaupt noch eine Schule in Lech braucht“, sagt Finner.

Prüfung einer Volksbefragung
All diese Überlegungen haben die Gemeindevertreterin nun davon überzeugt, eine Volksbefragung prüfen zu lassen. „Bei einem solchen Jahrhundertprojekt muss das Volk mitsprechen können.“ Entscheiden können die Bürger durch eine Befragung zwar nicht, sollte sich aber eine Mehrheit gegen das Gemeindezentrum aussprechen, bräuchte es schon Nerven aus Stahl, um das Projekt trotzdem einzuzementieren. Mit Unterstützung kann Finner im Dorf jedenfalls rechnen.

Angelika Drnek
Angelika Drnek
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