Alarm in Spitälern

Infizierte müssen rascher auf die Intensivstation

Immer höher werden die Fallzahlen außerhalb, immer lauter wird das Läuten der Alarmglocken innerhalb der niederösterreichischen Landeskliniken: Patienten haben derzeit eine kurze Verweildauer auf der Normalstation und müssen relativ rasch auf die Intensivstation verlegt werden. In Wien zeichnet sich eine andere, nicht minder besorgniserregende Situation ab: Die bisher vorgesehene Bettenanzahl für Covid-19-Patienten ist laut dem Koordinator der Intensivbetten voll, nun würden zusätzliche Betten für Intensivpatienten bereitgestellt.

Die Zeichen verdichten sich immer mehr: Die dritte Infektionswelle scheint wohl die schlimmste zu werden. Vor allem die rasante Verbreitung der britischen und der südafrikanischen Mutation macht den Behörden große Sorgen. Mehr als die Hälfte der am Donnerstag 522 in Niederösterreich neu vermeldeten Fälle gehen auf eine der beiden hochinfektiösen Virusvarianten zurück.

„Eine sehr kurze Verweildauer auf der Normalstation“
Dass diese aber nicht nur ansteckender, sondern auch gefährlicher sind, macht sich wohl bereits in den Spitälern bemerkbar. „Wir sehen, dass die Patienten eine sehr kurze Verweildauer auf der Normalstation haben und relativ rasch auf die Intensivstation müssen“, heißt es dazu aus der Landesgesundheitsagentur. Laut dem Landeskliniken-Sprecher Bernhard Jany liegt der Altersdurchschnitt auf den Intensivstationen bei 70 Jahren. „Es gibt leider zum Teil aber auch jüngere Patienten mit sehr schweren Krankheitsverläufen.“

Mit Südafrika-Variante: Zwei Personen im Spital
Als wäre dem nicht genug, wurde am Donnerstag zudem noch ein weiterer Fall in Zusammenhang mit der Südafrika-Variante bekannt. „Im Bezirk Mödling ist es zu einer Ansteckung gekommen“, bestätigt man im Büro von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig. Sieben der nunmehr insgesamt 23 infizierten Landsleute seien zwar inzwischen genesen. Zwei Betroffene müssen aber bereits im Spital behandelt werden.

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Der Altersdurchschnitt auf den Intensivstationen liegt derzeit bei 70 Jahren. Es gibt leider zum Teil aber auch jüngere Patienten mit sehr schweren Krankheitsverläufen.

Bernhard Jany, Landeskliniken-Sprecher

Eben dort spitzt sich die Lage aber zu. 24 Prozent beträgt die Auslastung der Intensivkapazitäten im Land bereits. „Sobald wir uns über einer Auslastung von 30 Prozent bewegen, werden wir ohne Zweifel Maßnahmen setzen müssen“, kündigt Kliniken-Sprecher Jany an. Wie schon im Herbst müssten dann die nicht dringlichen und nicht kritischen Operationen behutsam reduziert werden.

Wien stellt zusätzliche Betten für Intensivpatienten bereit
Der große Ansturm an Spitalspatienten soll erst Ende März kommen. In Wien sind die bis jetzt vorgesehenen Betten für Covid-19-Patienten aber nach einem leichten Anstieg bei den Intensivpatienten durch die Mutationen bereits voll, nun würden zusätzliche Betten für Intensivpatienten bereitgestellt, sagte der Koordinator der Intensivbetten, Stefan Kettner, dem Ö1-„Morgenjournal“. Die gute Nachricht sei, dass durch die Durchimpfung der Pflege- und Altenheime es wenige Aufnahmen aus diesem Bereich gebe.

Nikolaus Frings
Nikolaus Frings
Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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