02.03.2021 10:51 |

8800 Termine vergeben

Startschuss für die steirischen Impfstraßen

Am heutigen Dienstag startet in der Steiermark die Impfung der über 85-Jährigen, die nicht in Heimen wohnen. Rund 27.000 Menschen erhalten in den kommenden Tagen die erste Dosis des Pfizer-Impfstoffes. Insgesamt haben sich aber weit mehr Steirerinnen und Steirer bereits für eine Impfung angemeldet.

„Ich bin froh, dass es endlich soweit ist“, sagt die 104-jährige Zita Köhler, kurz nachdem sie in der Impfstraße in der Grazer Messe die erste Dosis des Pfizer-Impfstoffes erhalten hat. Gut 30 Minuten hat der Prozess für sie und ihre Begleitung gedauert - vom Einchecken und der Aufnahme der Daten über das Beratungsgespräch und die Impfung bis hin zur Eintragung in den Impfpass.

Rund 7000 Steirerinnen und Steierer sollen in den kommenden Tagen in den Impfstraßen ihr erstes „Jauckerl“ bekommen. Der weit größere Teil jedoch - 20.000 Menschen - wird von den Hausärzten  geimpt. „Es ist eine große Erleichterung“, sagt auch Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß.

Rund 8800 Termine wurden alleine am heutigen ersten Tag vergeben. Die 27.000 Menschen in dieser ersten Tranche sollen dann in drei Wochen auch die zweite Dosis bekommen. Erst danach startet die Impfung für weitere Personen dieser Gruppe. „Parallel impfen wir mit dem Impfstoff von AstraZeneca andere Gruppen - demnächst etwa Hebammen und das Rote und Grüne Kreuz“, so Bogner-Strauß.

Vordrängen wurde erschwert
Um zu vermeiden, dass sich diesmal wieder Menschen vordrängen, gibt es strenge Regeln, was mit Impfdosen, die übrig bleiben, passieren soll. Streng nach der Prioritätenliste sollen diese verimpft werden: „Es kann sein, dass manche überraschend einen Anruf mit der Einladung zur Impfung bekommen“, sagt Wolfgang Wlattnig, Leiter der Gemeindeabteilung des Landes.

Die niedergelassenen Ärzte haben einen kleinen Spielraum, was sie mit Impfdosen, die übrig bleiben, machen: Sie dürfen etwa Risikopatienten auf ihrer Warteliste vorziehen, oder auch Ehepartner mitimpfen, sofern auch diese bereits über 80 sind.

Hausärzte mit gutem Resümee
„Bei uns hat alles einwandfrei funktionert“, berichtet etwa der Hartberger Allgemeinmediziner Alexander Moussa, der gemeinsam mit vier Kollegen einen Hausarztimpftag organisiert hat: „Die Patienten freuen sich, dass sie geimpt werden.“ Rund 250 Dosen verimpfen Moussa und seine Kollegen - übrigens Seite an Seite mit der Impfstraße des Landes: „Wir könnten viel mehr Impfungen machen, wenn der Impfstoff da wäre und freuen uns, wenn es demnächst weiter geht“, so sein Resümee.

Testlauf für künftige Impfungen
Generell sieht man den Start der Impfstraßen auch als Testlauf für künftige Massenimpfungen - wenn denn dann der nötige Impfstoff vorhanden ist: Aktuell kann ein Arzt in der Impfstraße rund sechs Impfungen pro Stunde abwickeln.

Christoph Hartner
Christoph Hartner
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