26.02.2021 13:00 |

Neu in Hall

Bald nach der OP heim: Wie Tageskliniken arbeiten

Drei bis vier Stunden nach einer Operation wieder nach Hause. Das ist medizinisch in einigen Bereichen machbar. Wie es geht und was es den Patienten bringt? Ein Einblick in die neue Tagesklinik am Krankenhaus Hall.

Es sind nur 30 Meter! 30 Meter zwischen Empfang und ultramodernem Operationssaal. Innerhalb dieser 30 Meter und innerhalb eines Tages spielt sich das ab, was früher oft Tage, Wochen und unzählige Wege benötigte.

2000 Eingriffe im Jahr
Walter Mark, Primar der Abteilung Allgemeinchirurgie, und Anästhesist Stephan Eschertzhuber stehen gemeinsam mit Pflegedirektor Stephan Palaver in der neuen Tagesklinik im Krankenhaus Hall. Das Trio spricht von 2000 Eingriffen pro Jahr, die hier in Zukunft abgewickelt werden können: Die Behandlungen von Krampfadern, die Entfernung kleinerer Tumore, Augenlidstraffungen, Metallentfernungen oder unkomplizierte Operationen an der Gebärmutter. „Viele Operationen werden heute minimalinvasiv durchgeführt. Das macht einen sehr kurzen Krankenhausaufenthalt möglich“, verweist Mark auf die mittlerweile weit verbreitete Knopflochchirurgie, die in der Folge auch die Genesung beschleunigt.

Bildschirme im OP-Saal
Eschertzhuber wird die neue Tagesklinik in Hall leiten. Sie ist nicht die einzige Einrichtung dieser Art in Tirol. „Aber die modernste“, meint der Mediziner nicht ohne Stolz und führt in den Operationssaal, in dem neben zahlreichen Apparaturen mehrere Bildschirme hängen. Mark demonstriert, wie der Chirurg mithilfe dieser Bildschirme durch den Körper des Patienten geleitet wird. Eine spezielle Narkose verkürzt die Aufwachphase. Ein weiterer Puzzlestein, der eine Entlassung noch am Tag der Operation möglich macht.

In Österreich 10 Prozent
Immer mehr Spitäler richten Tageskliniken ein. „In Österreich ist der Anteil an tagesklinischen Eingriffen mit zehn Prozent relativ niedrig. Es gibt Länder mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent“, zieht Eschertzhuber einen Vergleich, schränkt aber ein, dass ein so hoher Anteil nicht zwingend positiv sei: „Oft fehlen schlicht die Betten, um Patienten länger zu betreuen.“ Der Mediziner sieht eine Verdoppelung des Anteils in Österreich als realistisches und erstrebenswertes Ziel: „Schließlich entspricht das auch dem Wunsch vieler Patienten.“ 

Die Tagesklinik in Hall ist eingebettet in das neue Chirurgiezentrum, in das 70 Millionen € investiert wurden. Am 1. März wird sie ihren Betrieb aufnehmen.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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