Neue Eisenbahnbrücke

Künftiges Prunkstück von Linz in Zielgerade

Mit Ferngläsern und Campingsesseln ausgerüstet, pilgerten viele Schaulustige am Mittwoch schon frühmorgens zum Urfahraner Donauufer. Dort wurde das 2800 Tonnen schwere Tragwerk der neuen Donaubrücke Millimeter für Millimeter in Position gebracht. Nächste Woche folgt der zweite Teil des großen „Einschwimmens“.

Schon in aller Herrgottsfrüh’ hatten sich gestern die ersten schaulustigen Linzer am Donauufer versammelt, um dem großen Brücken-Spektakel beizuwohnen. Manche perfekt ausgerüstet mit Campingsessel, Fernglas und Fotoapparat, wie auch der 64-jährige Ferdinand Bernsteiner, dessen Gattin ihm sogar ein Lunchpaket vorbereitet hatte. „Falls das einmalige Schauspiel länger dauert“, erwiderte der Pensionist sichtlich gut gelaunt.

Pünkltich um 7 Ugr ging‘s los
Doch während tags zuvor die Vorarbeiten wegen starken Nebels erst mit dreistündiger Verspätung starten konnten, meinte es der Wettergott gestern gut mit den Akteuren. Pünktlich ab 7 Uhr kam so richtig Bewegung in die Mega-Baustelle an der Donau, wurde das 2800 Tonnen schwere Tragwerk Millimeter für Millimeter in Position gebracht. Die Schwimmplattformen dockten dafür am Brückenpfeiler an, der Bogen wurde gesenkt. Danach wurde Wasser in die Plattform gepumpt, um den Ponton absinken zu lassen, bis das Tragwerk schließlich auf dem Pfeiler auflag.

„Wir sind froh, dass alles so super geklappt hat“
Was ohne Komplikationen vonstattenging, wie auch Linz-AG-Bauingenieur Sepp Maier bestätigte: „Die Bedingungen waren ideal, tolle Sicht, kein Wind, es hat alles super geklappt.“ Wovon sich auch die Politik vor Ort überzeugte. FP-Stadtvize Hein: „Ein Meilenstein für den Linzer Verkehr, ich freue mich auf die Freigabe im Spätsommer.“ Und auch SP-Stadtchef Klaus Luger frohlockte: „Dass am ersten Tag nach meiner Quarantäne der erste Brückenteil eingeschwommen wird, toppt sogar das Kaiserwetter.“

Name für neue „Lady“?
Die Nachfolgerin der altehrwürdigen Eisenbahnbrücke - liebevoll „Eiserne Lady“ genannt - steht noch nicht einmal, da gehen schon die Diskussionen rund um ihren künftigen Namen los. Bisher nur schlicht und einfach als „Neue Donaubrücke“ tituliert, haben sich vor allem die Grünen bereits Gedanken gemacht, wo die Reise in Sachen Namensgebung für den Donauübergang hingehen soll.

Ruf nach einem weiblichen Namen
Weil 90 Prozent der Linzer Straßen, die nach einer bedeutenden Persönlichkeit benannt sind, den Namen eines Mannes tragen, plädiert Gemeinderätin Rossitza Ekova-Stoyanova per Antrag in der kommenden Sitzung auf den Namen einer Frau. „Frauen sind im öffentlichen Raum massiv unterrepräsentiert. Die Stadt hat jetzt die Chance, ein Zeichen zu setzen und mit der neuen Donaubrücke ein wichtiges städtisches Bauwerk nach einer Frau zu benennen. Das Stadtarchiv soll dem Stadtsenat konkrete Vorschläge übermitteln, nach welcher verdienstvollen Frau die neue Brücke benannt werden könnte“, so Ekova-Stoyanova.

Da werden Erinnerungen wach - 2012 wurde für eine Fahrradbrücke über der March in Niederösterreich per Internet ein Name gesucht. Mit großer Mehrheit setzte sich damals Actionheld Chuck Norris als Namensgeber durch. Am Ende bekam man kalte Füße, einigte sich doch auf „Fahrradbrücke der Freiheit“.

Wie soll die Neue Donaubrücke heißen? Senden Sie uns Ihre Ideen und Namensvorschläge per E-Mail an ooe@kronenzeitung.at

Mario Ruhmanseder
Mario Ruhmanseder
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Donnerstag, 22. April 2021
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