„Vier Pfoten“-Erfolg

Kambodscha: 61 Hunde vor dem Schlachthaus gerettet

Die „Krone Tierecke“ begleitetet bereits 2019 einen Einsatz der „Vier Pfoten“ in Kambodscha. Es ging darum, Hunde vor dem grausamen Tod in Schlachthäusern zu retten. Trotz Verbotes bot sich den Polizisten in Siem Reap kürzlich ein schreckliches Bild: 61 junge Hunde, viele von ihnen noch Welpen, waren eingepfercht in sechs kleinen Käfigen auf dem Weg in ein Schlachthaus in Kampong Cham. Die Behörden konfiszierten die Tiere umgehend.

Auch der Fahrer des Busses wurde an Ort und Stelle verhaftet, “Vier Pfoten“ hat 61 Hunde in Obhut genommen. Obwohl in Siem Reap der Handel mit Hundefleisch bereits seit Juli 2020 verboten ist, war es in Kambodscha die erste von der Regierung durchgeführte Beschlagnahmung von Hunden, die für die Schlachtung bestimmt waren.

„Vier Pfoten“ kümmert sich um Hunde
Nach der Konfiszierung wurden alle Hunde aus den engen Käfigen befreit und vorübergehend in ein kleines, provisorisches Gehege entlassen. Gemeinsam mit den lokalen Organisationen ‚Paw Patrol Cambodia‘ und ‚Animal Rescue Cambodia‘ kümmert sich „Vier Pfoten“ nun um die Beschaffung von Futter und Medikamenten für die hungrigen Hunde. Ein Tierärzte-Team und die lokalen Behörden sind derzeit vor Ort, um die Hunde zu impfen und ihre Verletzungen zu versorgen.

Siem Reap als Dreh- und Angelpunkt
Siem Reap hat im Juli 2020 als erste Provinz Kambodschas das Schlachten und Handeln von Hunden für ihr Fleisch verboten, dennoch gilt sie laut „Vier Pfoten“ nach wie vor als Hotspot für den landesweiten Hundefleischhandel. Recherchen zeigen, dass Kleinbusse jeden Monat geschätzt 3750 lebende Hunde, eingepfercht in kleinen Käfigen, von Siem Reap zu den großen Schlachthäusern in Kampong Cham, Kampong Thom und Skun bringen. Dort werden sie ertränkt, erstochen oder erhängt, enthaart und von Großhändlern an die über hundert dokumentierten Hundefleisch-Restaurants in der Hauptstadt Phnom Penh verkauft.

Jährlich werden in Kambodscha geschätzt drei Millionen Hunde für ihr Fleisch getötet. Das erstmalige Einschreiten der offiziellen Behörden wird als positives Signal gewertet. Seit 2018 arbeitet „Vier Pfoten“ eng mit der kambodschanischen Regierung zusammen, um den brutalen Handel mit Hundefleisch zu beenden. Der Handel ist nicht nur grausame Tierquälerei, sondern stellt auch aufgrund von Tollwut-Ausbrüchen und Verbreitung zoonotischer Krankheiten ein Risiko für die öffentliche Gesundheit dar.

Um den Hunde- und Katzenfleischhandel in Südostasien nachhaltig zu beenden, hat „Vier Pfoten“ eine Kampagne auf internationaler und nationaler Ebene in Kambodscha, Vietnam und Indonesien gestartet. Über eine Million Menschen weltweit haben bereits die Petition für das Ende des grausamen Handels unterschrieben. „Durch Aufklärungsarbeit und Kooperationen mit den verantwortlichen Behörden und Tourismusverbänden sollen die Regierungen dazu gebracht werden, strenge Tierschutzgesetze einzuführen, die den brutalen Handel verbieten. Das wird nicht nur Tiere, sondern auch Menschen schützen.

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Sonntag, 11. April 2021
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