„Tierecke“ fragt nach

Vertreibt 5G-Netz unsere Vögel?

Leere am Futterhaus: Als Ursache wurde über 5G-Antennen spekuliert. Die „Krone Tierecke“ fragt bei „Birdlife Österreich“ nach.

5G steht für die fünfte Generation des Mobilfunks. In der „Tierecke“ häuften sich in den vergangenen Wochen Anrufe sowie Zuschriften besorgter Vogelfreunde, dass wenige Wintervögel im Siedlungsraum, am Futterhaus, zu beobachten seien und ob das neue Mobilfunkstandart Schuld daran sei. Wir haben bei „BirdLife Österreich“ nachgefragt:

„Kein Beweis für Gefährdung durch 5G“
"Es gibt keinen wissenschaftlich belastbaren Hinweis auf eine Gefährdung von Tieren durch das 5G-Netz. Viele Vogelarten haben keinen Anlass, sich in Menschennähe zu begeben um dort Futter aufzunehmen, denn sie finden ausreichend Nahrung in der freien Natur. 2020 war in Österreich ein besonders starkes Mastjahr bei Buchen, Tannen, Eichen und Fichten, das bedeutet, dass besonders viele Baumsamen verfügbar sind. Aufgrund dessen hält sich der Drang der Samenfresser bei den Futterstellen in den Siedlungen deutlich in Grenzen. Meisen, Kleiber und Buntspechte besuchen die Futterhäuschen weitaus seltener, als in den Vorjahren. Diese Beobachtung bestätigt auch die aktuelle Wintervogelzählung."

In Zahlen ausgedrückt bedeutet das Ergebnis des heurigen „Birdlife Wintercount“: Die Kohlmeise, häufigster Wintervogel des letzten Jahres wurde um 40,77 Prozent seltener in den Gärten beobachtet, die Blaumeise um 25,2 Prozent seltener gegenüber dem Vorjahr, die Tannenmeise minus 31,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch der Buntspecht war um 34,5 Prozent seltener in Österreichs Gärten anzutreffen als im Vorjahr, der Kleiber um minus 37,6 Prozent.

Aktuell fand im Jänner die vierte internationale pannonische Adlerzählung statt, an der sich auch Österreich wieder beteiligte. International gesehen hat der streng geschützte Kaiseradler seinen Platz im Herzen Europas gefunden, sein Bestand ist diesmal auf Rekordniveau und seine Ausbreitung größer denn je. 

Nur wenige Kaiseradler gezählt
Hierzulande wurden bei der sogenannten „Pannonian Eagle Census“ 65 Kaiseradler festgestellt, etwas weniger als im Vorjahr. Am häufigsten hielt sich der König der Lüfte in Niederösterreich auf (40 Kaiseradler), sowie im (Nord-) Burgenland (25 Kaiseradler). „Die geringere Anzahl an Kaiseradlern diesen Winter bei uns in Österreich dürfte mit einer lokalen, witterungsbedingten Nahrungsknappheit zusammenhängen, die Österreichs Kaiseradler in die östlichen und südlichen Nachbarländer ausweichen ließ“, so Matthias Schmidt von „BirdLife Österreich“.

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Samstag, 27. Februar 2021
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