Der Valentinstag naht - viele sehen ihn nur als Wirtschaftsfaktor, aber fest steht: Gerade heuer brauchen wir Buntes, Fröhliches, Duftendes. Und für die steirischen Floristen ist der Schub in der Krise sehr wichtig.
Blumen, Liebesbriefe, Schokolade - das ist die Hitliste, die einer Erhebung von „marketagent“ zufolge die Herzen vieler Damen (und auch zunehmend Herren) am 14. Februar dahinschmelzen lässt. 15 Millionen Euro lassen sich Steirer den Tag der Liebe kosten, weiß Handelssprecher Gerhard Wohlmuth. Zwölf Prozent davon entfallen normalerweise auf die Gastronomie, die aber heuer geschlossen hat.
15 Millionen Schnittblumen
Verblüffend: Lediglich 1,5 Prozent ihres Umsatzes machen heimische Gärtner und Floristen an diesem Tag. Obwohl gigantisch viel über die Ladentische geht: Österreichweit sind das 15 Millionen Schnittblumen und fünf Millionen Topfpflanzen.
Und unser Bundesland lässt es besonders bunt blühen: Der Bedarf kann etwa bei Primeln und weiteren Zwiebelpflanzen zu 120 Prozent gedeckt werden, wodurch auch Nachbarsbundesländer mit duftenden Frühlingsboten mitversorgt werden können. Allein für die Valentinswoche werden 100.000 Narzissen und Gerbera sowie 140.000 Tulpen und Rosen produziert, die damit also schon aus heimischen Gefilden stammen.
Jedes Jahr zeichnen sich auch Trends beim Blumengeschenk ab. Rosen sind natürlich ein Klassiker, wenn es darum geht, sein Herz zu zeigen. Aber langstielige, edle Tulpen machen ihnen ob ihrer Eleganz den Rang streitig. „Fröhliche und heitere Töne sind stark im Kommen“, ortet die neue Blumenkönigin Julia II. - die heuer Corona-bedingt still und leise „inthronisiert“ wurde, gleich von ihren Eltern, dem bekannten Gärtner-Ehepaar Friedl.
Valentinstag als Schub
Die steirischen Blumenkünstler hoffen auf den Valentinstag auch als neuen Schub - denn durch die Krise mussten sie empfindliche Einschnitte erfahren. „Allein im Advent gab es bei gleicher Arbeit nur den halben Umsatz“, sagt Innungsmeister Johann Obendrauf. Die Blumenbringer sind auch ein leises, aber dafür nicht weniger getroffenes Opfer der gesperrten Gastronomie.
Zahl der Lehrlinge ist gesunken
Hand in Hand damit sank die Zahl der Lehrlinge, die aufgenommen werden konnten. Nur 25 statt der sonst üblichen 40 Jugendlichen werden zu Fachkräften. Aber der neue Startschuss zur Blütenpracht fällt am 14. Februar - viele Gärtner und Floristen liefern sogar kontaktlos an die Haustür.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.