27.01.2021 06:33 |

Causa St. Anton

Platter: „Skifahren wird zum Sündenbock gemacht“

Trotz Corona und Einreisebestimmungen sind - wie berichtet - Dutzende ausländische Skifahrer in St. Anton in Tirol. Denn offenbar gibt es Schlupflöcher, etwa die Anmeldung eines Zweitwohnsitzes. Nun wird ein „rigoroses Vorgehen“ gegen schwarze Schafe angekündigt.

Eigentlich ist es ja so: Wer nach Österreich einreist, muss sich seit 15. Jänner registrieren - und für mindestens fünf Tage in Quarantäne. Denn mit Ausnahme von Australien, Finnland, Griechenland, Island, Japan, Neuseeland, Norwegen, Singapur, Südkorea und dem Vatikan gelten für alle anderen Staaten der Welt Reisewarnungen. Für Flugzeuge aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien gelten Landeverbote. Österreichs Hotels sind dicht, wer sich wo einmietet, muss einen „dringenden beruflichen Grund“ haben.

Bürgermeister will „rigoros“ gegen schwarze Schafe vorgehen
Ob sich dieser auf der Skipiste findet? Denn wie die „Tiroler Tageszeitung“ berichtete, gibt es Schlupflöcher – und so haben sich Dutzende schwedische, dänische und britische Skifahrer im Tiroler St. Anton am Arlberg einquartiert. „Sie landen in Zürich und kommen dann mit dem Zug“, bestätigt Bürgermeister Helmut Mall auch der „Krone“. Der Ortschef will nun „rigoros dagegen vorgehen“. Denn es könne nicht sein, dass Schulen zu sind, die Nachbarn nicht besucht werden dürfen, aber „schwarze Schafe zum Skifahren kommen“.

Mit Zweitwohnsitz zum Urlaubsglück
Doch nicht nur am Arlberg – auch in anderen Tourismus-Hotspots sichtet man ausländische Kennzeichen vor den Skigebieten. Möglich machen dies offenbar Zweitwohnsitze. In St. Anton gebe es zurzeit täglich zehn bis 20 Neuanmeldungen solcher Zweitwohnsitze, sagt Mall. Dem gehe die Polizei nun nach. Doch sollte man nach fast einem Jahr Pandemie und Clustern rund um Skilehrer-Ausbildungen in Tirol und Salzburg die Anreize nicht langsam streichen, die Lifte schließen?

Platter: „Vom Skifahren bis dato kein Cluster ausgegangen“
„Nein“, sagt der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter. „Derzeit wird von allen Seiten versucht, das Skifahren in Tirol zum Sündenbock zu machen. Die Entscheidung liegt letztlich beim Bund, meine Position ist aber klar: Die Skigebiete sollen offen bleiben.“ Das lasse sich durch die niedrigen Infektionszahlen im Bundesländervergleich auch begründen - und „vom Skifahren ist bis dato kein Cluster ausgegangen“, sagt Platter. Zudem verweist er auf Sicherheitskonzepte und Kontrollen.

Schützenhilfe bekommt er von Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, die am Dienstag sagte: „Die Menschen wollen raus und Sport betreiben.“ Aber die Menschen wollen eben auch rein, um Sport zu betreiben.

Anna Haselwanter, Kronen Zeitung

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