26.01.2021 16:00 |

Bilanz der Bühnen Graz

Corona sorgt für dickes Minus in den Theaterkassen

Die Bühnen Graz blicken auf ein Annus horribilis zurück. Corona hat nicht nur für den totalen Lockdown von Mitte März bis Juni 2020 gesorgt, sondern auch den Höhenflug beim Publikumszustrom abrupt beendet. Die Folge ist ein dickes Minus bei Veranstaltungen und Einnahmen, die auch in dieser Saison wieder drohen.

„Wir müssen retten, was noch zu retten ist! Je länger der Lockdown anhält, desto näher kommen wir der kulturellen Hungersnot. Unsere Präventionskonzepte haben sich bewährt - wenn Bars und Restaurants wieder öffnen können, so müssen auch wir wieder vor Publikum spielen dürfen“, schickt Bernhard Rinner, der Geschäftsführer der Bühnen Graz, einen dringenden Appell an die Politik der Präsentation der ernüchternden Zahlen voraus.

Drastische Auswirkungen
Denn Lockdown und Besucher-Beschränkung hatten 2020 drastische Auswirkungen. Betroffen waren alle vier Bereiche: die Oper, das Schauspielhaus, das Kinder- und Jugendtheater Next Liberty sowie die Spielstätten Graz mit Kasematten, Orpheum und Dom im Berg. Und das nach der Saison 2018/2019, in der viele Rekorde - unter anderem erstmals mehr als 500.000 Besucher - vermeldet wurden.

Einnahmenverlust von 40 Prozent
In der Saison 2019/2020 schaut das freilich anders aus, und daran ist allein das Virus schuld: Der Besucherrückgang schlug mit einem Minus von 36,8 Prozent (beinahe 188.000 Menschen) gegenüber der vorangegangenen Saison zu Buche. Das bedeutet gleichzeitig einen Einnahmenverlust von mehr als 4,6 Millionen Euro oder knapp 40 Prozent. Und auch die Veranstaltungen mussten deutlich reduziert werden. Statt bei mehr als 1500 im Jahr zuvor ging 2019/2020 nur bei 978 Vorstellungen der Vorhang auf. In der aktuellen Saison sieht es sogar noch schlechter aus. Seit September durfte man, wenn überhaupt, nur in den halb belegten Theatern spielen, seit 3. November ist wieder alles geschlossen - und ein Ende vorerst nicht in Sicht.

Umplanen und hoffen
Für das Intendanten-Quartett der Bühnen Graz, Nora Schmid (Oper), Iris Laufenberg (Schauspielhaus), Michael Schilhan (Next Liberty) und Michael Tassis (Spielstätten), heißt das einmal mehr umplanen, verschieben, absagen, hoffen. Und Bernhard Rinner wünscht sich nur eines: die Pandemie rasch in den Griff zu bekommen, um endlich Licht am Ende des Tunnels und damit in den Theatern zu sehen.

Michaela Reichart
Michaela Reichart
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