Es war ein politischer Befreiungsschlag, den Nagl vor wenigen Wochen nach dem für die ÖVP desaströsen Landtagswahlergebnis in Graz gesetzt hat: Über wichtige Themen soll künftig das Volk entscheiden. Auch über Nagls Lieblingsprojekt Murkraftwerk (Nachlese siehe Infobox).
Seither ist aber viel Wasser die Mur hinab geflossen - in der EStAG (wo man durchaus dafür ist, die Grazer zu befragen) verliert man langsam die Geduld, weil noch immer kein fixer Termin feststeht. EStAG-Vorstand Oswin Kois: "Bei Regen fließen täglich Tausende Kubikmeter Fäkalien ungeklärt in die Mur, mit dem Kraftwerk käme ja ein neuer Abwasserkanal. Die Ökostromförderung des Bundes in Millionenhöhe gibt es nur für umweltfreundliche Projekte, die vor 2015 in Betrieb gehen. Die Zeit drängt also!"
87-Millionen-Euro-Investition
Das Murkraftwerk hat mittlerweile zahlreiche prominente Unterstützer gefunden und auch so seltene Koalitionen geschmiedet wie jene zwischen dem Chef der Industriellenvereinigung, Jochen Pildner-Steinburg, und dem ÖGB-Chef Horst Schachner, die von ihren Funktionen her ansonsten eher "natürliche Feinde" sind. 87 Millionen Euro sollen in das Kraftwerk investiert werden. Zudem soll die Mur in der Innenstadt für die Grazer erschlossen werden (Freizeiteinrichtungen, eventuell Gastronomie...). Kois: "Nagl hat uns mehrfach versichert, dass er hinter dem Projekt steht. Wir setzen daher auf Tempo und Umsetzungskraft."
von Gerald Richter, "Steirerkrone"
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