20.01.2021 08:00 |

Vor Geisterrennen

Schladminger Hexenkessel wird zur „Ruhezone“

Beim legendären Nightrace ist in diesem Jahr alles anders. Schladming mutiert quasi zur Geisterstadt. Hotels werden für Rennen „hochgefahren“.

Die Planai in Schladming - für Millionen Skifans eine Art Sehnsuchtsort. Eine einmal im Jahr hell erleuchtete Pilgerstätte für Zigtausende Wintersportbegeisterte, die den legendären Zielhang förmlich zum Beben bringen. Bei der heurigen 24. Auflage des Nightrace ist aber alles anders. Denn in diesem Jahr schlägt Corona-bedingt die Stunde jener, denen der Rummel unter dem Dachstein ohnehin schon immer zu viel war - wobei sich deren Anzahl in und rund um die steirische Ski-Hauptstadt wohl ziemlich in Grenzen hält.

Wenige Tage vor dem Start des prestigeträchtigsten Slaloms der Welt am Dienstag erinnert nicht viel an die bevorstehende Show von Manuel Feller, Marco Schwarz & Co. Ohne Urlauber wirkt Schladming aktuell fast wie ausgestorben. Dort, wo sonst in Tagen wie diesen eifrig an der Weltcupmeile gebastelt wird oder die Tribünen im Zielstadion den letzten Schliff bekommen, sieht man nur ein paar Tagesgäste oder Einheimische, die mit ihren Skiern in Richtung Gondel stapfen.

Tenne wird zur Teststation
Symbolisch für die veränderten Rahmenbedingungen steht die Tenne am Fuße der Planai - in einem „normalen“ Winter Après-Ski-Tempel und in der Vergangenheit auch Ort der einen oder anderen feucht-fröhlichen Siegesfeier, bleiben die Zapfhähne in diesem Jahr trocken. Die XL-Skihütte mutiert ab Freitag nämlich zur riesigen Teststation. Ohne negativen Corona-Test hat man nicht den Hauch einer Chance, in die „Blase“ des Weltcup-Zirkus vorzudringen. Das gilt für die Hundertschaft an Pistenarbeitern genauso wie für Rennläufer oder Journalisten.

„Ohne negativen Test dürfen wir niemanden einchecken lassen“, sagt Andreas Mayrhofer, Direktor des Sporthotel Royer. Der Betrieb wird extra hochgefahrenDas Traditionshaus ist überhaupt eines von nur drei Hotels in der Region, das während des Nachtslaloms geöffnet hat. „Wir fahren den Betrieb für drei Tage hoch - sind als offizielles FIS-Hotel immerhin zu 60 Prozent belegt.“ So ein Rennen wie in diesem Jahr hat auch er noch nie erlebt: „Es ist brutal ruhig. Unsere traditionelle Gala fällt ja genauso aus wie alle anderen Side-Events. Das Rennen werde ich mir so heuer vom Balkon aus anschauen.“

Premiere der anderen Art
Auch Hermann Trinker hat sich sein erstes Nightrace als Schladminger Bürgermeister anders vorgestellt. „Diese unvorstellbare und herzliche Stimmung war über Jahrzehnte das Erfolgsgeheimnis von Schladming. Ich kann unseren Gästen nur sagen, dass sie uns sehr fehlen, wir uns aber freuen, wenn wir sie 2022 wieder begrüßen dürfen.“ Das Wichtigste sei aber ohnehin die Show der Slalomartisten. „Und die wird den Zuschauern ja wieder mit hoffentlich spektakulären Bildern ins Wohnzimmer geliefert.“

Marcus Stoimaier
Marcus Stoimaier
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