13.01.2021 12:00 |

In Krankenhäusern

Ungleiche Verteilung der Covid-Impfstoffe regt auf

Die einen haben zu viel Impfstoff, die anderen zu wenig: In den Landeskliniken arbeiten 1200 Mitarbeiter an vorderster Covid-Front, geimpft wurden bislang aber erst 600. Im Tauernklinikum hingegen blieben so viele Dosen übrig, dass auch sieben Angehörige des Krankenhauspersonals geimpft wurden. Das sorgt für Kritik.

„Es kann ja wohl nicht sein, dass in einigen Spitälern und Altersheimen zu wenig Impfstoff vorhanden ist und in anderen sogar die 23-jährige Tochter als Angehörige automatisch mitgeimpft wird?“, ärgert sich ein betroffener Salzburger, der anonym bleiben möchte.

In den Landeskliniken (SALK) trafen bislang erst 600 Dosen Impfstoff ein, benötigt werden aber - allein für die erste Impfung - noch einmal 600. Wann wie viele weitere Dosen eintreffen, ist unklar. „Wir müssen zuerst einmal alle 1200 gefährdeten Mitarbeiter impfen, bevor wir überhaupt an Angehörige des Personals denken“, heißt es vonseiten der SALK. In sieben Prioritätsstufen hält der Bund fest, wann welche Personengruppe zum Zug kommt. „Angehörige von Krankenhauspersonal kommen darin nicht vor“, meint Andreas Valentin, ärztlicher Direktor in der Schwarzenberg Klinik.

Zitat Icon

Angehörige des Personals impfen wir nicht , weil diese Personengruppe in der Priorisierungsliste des Bundes aktuell nicht vorkommt.

Andreas Valentin, ärztlicher Leiter Schwarzenberg Klinik

Im Tauernklinikum wurden vergangenen Freitag dennoch sieben Familienangehörige geimpft. Auf einer internen Liste, die der „Krone“ vorliegt, waren mehrere krankenhausexterne Personen eingetragen. Das sorgte beim Pflegepersonal für Kritik. „Einige Mitarbeiter sind krankheitsbedingt ausgefallen, deshalb haben wir Familienmitglieder geimpft, die selbst zur Risikogruppe gehören. Bevor einige Dosen ungebraucht übrig bleiben, wollte ich alles verimpfen“, erklärt der ärztliche Leiter Rudolph Pointner.

Stephanie Angerer
Stephanie Angerer
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