Vergewaltigungsvorwurf

Strafverteidiger hegt Zweifel an der Opfer-Aussage

Samthandschuhe gibt es keine: Am 14. Jänner muss sich ein VP-Landtagsabgeordneter und Bürgermeister in Wels wegen sexueller Belästigung und Vergewaltigung einer Mitarbeiterin vor Gericht verantworten. Die Verteidigungsstrategie kennt nur ein Ziel: Die Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers zu erschüttern.

„Das mutmaßliche Opfer hat sehr genaue Zeitangaben gemacht, wann die Übergriffe und Vergewaltigungen passiert sein sollen. Mein Mandant hat sich nun die Mühe gemacht und diese Angaben anhand von eigenen Zeitaufzeichnungen und Einträgen in Terminkalendern verglichen.Es verdichtet sich dabei das Bild sehr deutlich, dass die Zeitangaben der Frau nicht zu den Einträgen passen. Es geht sich schlicht nicht aus“, sagt Verteidiger Oliver Plöckinger, räumt aber gleichzeitig ein: „Bei der dritten Vergewaltigung gibt es nur die Aussage der Ehefrau, dass mein Mandant bei ihr zuhause gewesen sei.“

Lustig geplanscht
Der Linzer Anwalt hat aber noch einen weiteren Pfeil im Köcher, um die Glaubwürdigkeit desmutmaßlichen Opfers zu erschüttern: „Am Tag nach der dritten angeblichen Vergewaltigung machte das Gemeindepersonal einen Betriebsausflug. Es gibt ein Foto von diesem Tag, an dem die Mitarbeiterin lustig im Pool herumplanscht. Das ist schwer nachvollziehbar.“

Sex-Spuren auf Taschentuch
Doch es gibt ein Indiz, das nicht wegzuleugnen ist: Ein Taschentuch mit gemeinsamen Sex-Spuren von Ortschef und Mitarbeiterin. Der VP-Politiker erklärt dies, wie berichtet, so: Er habe im WC im Keller des Gemeindeamtes „Lust auf sich selbst bekommen“. Die Mitarbeiterin müsse sich das „Corpus delicti“aus dem Mülleimer besorgt haben.
Plöckinger will mehrere Zeugen hören, der Prozess könnte länger dauern.

Christoph Gantner
Christoph Gantner
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Freitag, 07. Mai 2021
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