27.12.2020 19:00 |

Kultur im Lockdown

Nenda Neururer: „Mixed Feelings“ auf Erfolgskurs

Die gebürtige Ötztalerin Nenda Neururer studierte Schauspiel in London. In ihrer neuen Heimat ist sie bestens vernetzt und als Schauspielerin gut gebucht. Nun gibt sie ihr Debüt als Sängerin mit dem Song „Mixed Feelings“.

Dass es diesen Song, der schon wenige Tage nach seiner Veröffentlichung im Radio gespielt wurde, in dieser Form überhaupt gibt, ist der Corona-Pandemie zu verdanken. „Eigentlich wäre ich in diesem Sommer in England auf einer Theaterbühne gestanden“, verrät Neururer im Video-Interview. Stattdessen entstand der Track, der Vorurteile gegenüber „mixed-race“ Menschen zum Thema macht.

„Um drei Uhr in der Nacht habe ich auf meinem Laptop einen Beat gemacht und mit den Lyrics begonnen“, gibt die 26-Jährige Einblicke in den Schaffensprozess. Als sie dann die Hälfte der Nummer geschrieben hatte, schickte sie diese an ihren Produzenten.

Budget aus Fördertopf
Eine glückliche Fügung ließ dann alles weiter gedeihen. Neururer reichte ihr Projekt beim Fördertopf „Hope Notes Grant“ ein, der Künstlerinnen und Künstlern in schwierigen Corona-Zeiten unterstützen soll. Wenig später stand sie auch schon, mit einem kleinen Budget ausgestattet, im Studio mit dem Produzenten Femi Temowo und rappte. Die markante Basslinie, die „Mixed Feeling“ zugleich trägt und grooven lässt, setzte dieser nach einer Idee von Neururer um.

Auch weitere Instrumente trug der Musiker, der unter anderem schon mit Amy Winehouse gearbeitet hat, zum Gesamtergebnis bei. Hohe musikalische Qualität allein erklärt aber nicht vollständig den Erfolg des Tracks. „Ich glaube auf jeden Fall, dass ,Black Lives Matter’ eine wichtige Rolle spielt“, versucht sie eine Erklärung für die große Resonanz zu finden. Sie halte den dazugehörigen Diskurs mit Song und dem begleitenden Video jedenfalls „sehr gerne am Laufen, auch damit die Leute ihr hautfarbenbedingtes Privileg nicht vergessen“.

Repräsentation als Antrieb
Viele Menschen hätten sich durch diese internationale Bewegung für die Thematik „geöffnet“, was zwar „cool“ sei, aber „eben auch so bleiben soll“. Nicht reine Diskursivität, sondern die Frage nach der gesellschaftlichen und künstlerischen Repräsentation von „gemischtrassigen“ Frauen ist es aber, die Neururer grundlegend antreibt.

Ob über die Zeit ein ganzes Album entstehen werde, könne sie zwar nicht sagen, aber: „Ideen sind definitiv genug da.“ Vorerst aber genießt sie den Erfolg von „Mixed Feelings“ in ihrer Tiroler Heimat - meint Neururer abschließend.

Markus Stegmayr, Kronen Zeitung

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