15.12.2020 10:00 |

Kampf gegen Schnee

Helikopter-Flotte fast nonstop über Osttirol

Frau Holle sorgte in den vergangenen Tagen für Verwüstung in Osttirol und Kärnten. Sechs Hubschrauber der Firma Wucher standen in dieser Zeit im Dauereinsatz - Pilot Toni Rainer gab der „Krone“ Einblicke.

In weiser Voraussicht hatte die Firma Wucher am 3. Dezember, kurz bevor das Wetterchaos über Osttirol hereinbrach, einen Helikopter am Stützpunkt Nikolsdorf stationiert – somit war Einsatzleiter Toni Rainer am Samstag sofort zur Stelle, als immense Schneemengen die Überhand gewannen. „Bis Sonntag hatte ich noch fünf weitere Maschinen angefordert“, erzählt der gebürtige Pongauer.

Knapp 100 Einsatzorte
Anfragen trudelten von allen Seiten ein: Die Tiroler Landeswarnzentrale, Energieversorger, Netzbetriebe, Gemeinden und Lawinenwarndienste baten um Hilfe. Insgesamt wurden seit dem verheerenden Wochenende, das noch immer Folgen nach sich zieht, 97 verschiedene Einsatzorte ein oder mehrere Male angeflogen.

Ein großes Hindernis hätte dabei das regelmäßige Auftanken am Standort Nikolsdorf dargestellt. Deshalb wurde die Spritversorgung strategisch geplant, wie Rainer schildert: „Wir haben vier Tank-Lastwagen direkt in die betroffenen Gebiete geschickt, damit die Helikopter möglichst lange im Einsatz bleiben konnten.“ Insgesamt waren 20 Personen für den Raum Osttirol und Kärnten zuständig, davon sieben Piloten.

Die Schneemassen sorgten für die unterschiedlichsten Probleme – vor allem abgeschiedene Gebiete litten unter der beeinträchtigten Erreichbarkeit. „Wir haben Medikamente, Lebensmittel und Tierfutter geliefert und teilweise auch Personen ausgeflogen“, zählt der Einsatzleiter auf. Die Reparatur einer beschädigten Wasserleitung in Hopfgarten forderte die Besatzung besonders, kurios war dafür ein dringender Flug für einen Tierarzt – dieser musste einer trächtigen Kuh auf einem abgelegenen Hof im Villgratental zur Hilfe eilen.

Noch kein Ende in Sicht
Mehr als die Hälfte der Einsätze diente der Wiederherstellung der Stromversorgung. Dazu mussten Strommasten sowie Monteure von A nach B gebracht werden. Ein Ende dieser Transporte ist laut Rainer noch nicht in Sicht: „Wenn man ständig in der Luft ist, entdeckt man immer wieder neue Schadstellen. Das wird sich sicher noch hinauszögern.“ Inzwischen konnten aber zwei Maschinen wieder abgezogen werden.

Mirjana Mihajlovic
Mirjana Mihajlovic
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