05.12.2020 06:01 |

Wird es eng am Berg?

Heuer großer Ansturm von Skitouren-Geher erwartet

Aufgrund von Corona dürfte Skitourengehen heuer noch beliebter werden. Das sorgt auch für Herausforderungen: Konflikte mit Grundbesitzern häufen sich, Lenkungsmaßnahmen sind gefordert. Die beliebtesten steirischen Regionen rüsten sich.

„Der Großteil der von Lawinen erfassten Personen hat das Schneebrett selbst ausgelöst“, weiß Lawinenprognostiker Arno Studeregger von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Graz (ZAMG). Der beruhigende Umkehrschluss: Wer seine Skitour gewissenhaft vorbereitet, kann Gefahren vermeiden.

„Neben einer guten Tourenplanung am Vortag darf auch die richtige Sicherheitsausrüstung nicht fehlen. Dazu gehören ein Lawinenverschütteten-Suchgerät, Schaufel und Sonde, zudem Erste-Hilfe-Set, Biwaksack und Handy“, wird Martin Edlinger, Leiter der Abteilung Skitouren der Naturfreunde Österreich, nicht müde zu betonen.

Anfänger brauchen Kurs oder Begleiter
Aber: Die beste Ausrüstung hat keinen Wert, kann sie im Notfall nicht angewendet werden. „Eine effiziente Hilfe bei einem Lawinenunfall bedarf umfassender Übung. Ein Anfänger muss auf jeden Fall einen Kurs besuchen oder einen erfahrenen Begleiter mitnehmen“, sagt der Gaaler.

Egal, ob im Trofaiacher Gössgraben, im Gesäuse bei Johnsbach oder rund um den Zirbitz - der Besucherdruck steigt. Heuer dürfte der Ansturm ganz besonders groß werden: „Wir haben schon einmal vorgesorgt und 35 neue Parkplätze geschaffen“, berichtet etwa Peter Weichbold vom Galsterberg. Die Ennstaler waren 2017 die ersten in der Steiermark, die ihr Skigebiet auch für Tourengeher offiziell geöffnet haben: „Wir machen seit der ersten Stunde nur gute Erfahrungen damit“, berichtet der Obersteirer.

Lenkungsmaßnahmen: Triebental als Vorbild
Auch in der Eisenerzer Ramsau, ein besonders beliebter Ausgangspunkt für Skitourengeher, rechnet man mit regem Zulauf:  „Zu uns kommen ja zusätzlich auch noch die Langläufer, bei beiden Wintersportarten verzeichnen wir seit geraumer Zeit ordentliche Zuwächse“, erzählt Bürgermeister Thomas Rauninger. Eine Parkraumbewirtschaftung samt Schrankensystem wird angedacht: „Es sind gleich mehrere Grundstücksbesitzer betroffen, da lässt sich so rasch leider keine Lösung herbeiführen. Wir arbeiten aber daran“, sagt der Ortschef.

Bereits am Ziel angekommen ist man im Triebental, wo sich die Situation in den letzten Jahren derart zugespitzt hat, dass man zum Handeln gezwungen war: „Wir haben nach intensiven Gesprächen mit Grundbesitzern, Jägerschaft, Wildökologen, Bergrettung, Gemeinde und Tourengehern ein Besucher-Lenkungskonzept erarbeitet, das nun alle Interessensgruppen zufriedenstellt“, berichtet Edlinger stolz.

Alle Betroffenen müssen an einen Tisch
Informations-Tafeln mit genauer Wegmarkierung findet man nun an allen Ausgangspunkten, ein Modell, das übrigens Schule machen soll: „Eine Lösung kann immer nur dann herbeigeführt werden, wenn man alle Betroffenen zu einem Gespräch zusammen holt. Erst wenn sich jeder gehört fühlt, ist der Konflikt zumeist bereinigt“, so Edlinger.

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