02.12.2020 07:28 |

„Haben keine Schuld“

Physiker tot: Saudi-Arabien dementiert Beteiligung

Der saudiarabische Außenminister Adel al-Jubeir hat Andeutungen seines iranischen Amtskollegen Mohammed Jawad Zarif zurückgewiesen, wonach Riad in die gezielte Tötung des Kernphysikers Mohsen Fakhrizadeh verwickelt gewesen sein könnte.

Es sei Ausdruck der „Verzweiflung“ des iranischen Außenministers, dass er Saudi-Arabien für „alles Schlechte“ verantwortlich mache, was in seinem Land passiere, schrieb Al-Jubeir am Dienstag im Online-Dienst Twitter und fügte rhetorisch hinzu: „Wird er uns die Schuld am nächsten Erdbeben oder der nächsten Überschwemmung geben?“

Es sei nicht Teil der Politik Saudi-Arabiens, sich an tödlichen Attentaten zu beteiligen, schrieb Al-Jubeir weiter. Anders als andere Golfstaaten hat Riad die Ermordung Fakhrizadehs bisher nicht offiziell verurteilt.

Iranischer Minister ortete „Verschwörung“
Zarif hatte am Montag im Online-Dienst Instagram ein Treffen des saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu in Verbindung mit dem Mordanschlag auf Fakhrizadeh gebracht. Bei dem Treffen Ende November in der saudiarabischen Planstadt Neom habe es sich um eine „Verschwörung“ gehandelt, schrieb Zarif.

Riad hat Berichte über das Treffen des Kronprinzen mit Netanyahu bestritten. Israelische Regierungskreise bestätigten dagegen die historischen Gespräche, an denen laut israelischen Medienberichten auch US-Außenminister Mike Pompeo teilgenommen hatte.

Bei gezieltem Anschlag getötet
Der Kernphysiker Fakhrizadeh war am Freitag bei einem gezielten Anschlag in der Nähe von Teheran getötet worden. Der Iran beschuldigte Israel und die Exil-Oppositionsgruppe Volksmujaheddin, hinter dem Attentat zu stecken.

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