"Alle drei wissen, wie sie die Drogen körperlich und geistig ruinieren", sagt Ermittler Horst Kölly von der Polizeinspektion Finanz, "in der Haft hoffen sie, von der Sucht loszukommen." In ihrer Panik, diese Sucht nicht länger finanzieren zu können, waren die drei auf die schiefe Bahn geraten.
Droge Mephedron verfallen
Ein 40-jähriger Grazer gestand, sieben Fahrräder, ein Navi-Gerät sowie ein Handy gestohlen und danach verkauft zu haben. Die Tatorte weiß er angeblich nicht mehr, seit er der Droge Mephedron verfallen ist. Seitdem soll er auch unter Verfolgungswahn und unter ständigen Blutungen aus Nase und Ohren leiden. Eher als "kleiner Fisch" entpuppte sich für Horst Kölly und seinen Kollegen Bernd Truppe eine 21-jährige Grazerin. Sie durchstöberte laut Beamten die Kellerabteile in der Nachbarschaft, nahm sechs Fahrräder mit und tauschte sie gegen Substitol ein.
Über die Arbeitslose stießen die Ermittler schließlich noch auf einen Bekannten, einen Rumänen (24 Jahre alt), der seit dem zwölften Lebensjahr in Graz lebt. Bei der Einvernahme stellte sich heraus, dass er 50 Fahrräder entwendet und 70 Diebstähle in Kaufhäusern verübt haben soll. Auch er konsumierte zuletzt Mephedron. In der Haft besteht eine gute Chance, die Drogen "zu vergessen". Horst Kölly: "Die Erfahrung zeigt aber leider, dass nach der Haftentlassung oft ein kleines Problem genügt, dass Süchtige wieder rückfällig werden."
von Manfred Niederl, "Steirerkrone"
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