Trotz Kritik

Neuer „alter“ Chef in der Justizanstalt Asten

Die Justizanstalt Asten wird um 17 Millionen Euro um 100 Plätze erweitert, kündigte Justizministerin Alma Zadić am Dienstag vor Ort in Asten an. Die Bekanntgabe des neuen Leiters der Sonderjustizanstalt überließ sie dem Generaldirektor für den Strafvollzug Friedrich Koenig: Martin Kitzberger übernimmt diese Aufgabe.

Die Justizministerin beschäftigte sich lieber mit der Zukunft des Maßnahmenvollzuges. „Die Zahl der Zurechnungsunfähigen Täter steigt enorm an. Von 1975 bis heute um 570 Prozent. Seit 2016 jährlich um elf Prozent“, erklärte die Ministerin. Die Justiz stoße damit an ihre Grenzen, ja, diese seien längst überschritten. „Um den humanen Vollzug zu erhalten und zu verbessern, brauchen wir Geld.“ Von plus 65 Millionen Euro im Budget 2020 fließen 17 Millionen € in den Ausbau in Asten, der 2022 fertiggestellt werden soll.

„Der Beste kam zum Zug“
Die Justizanstalt Asten steht dann unter der Leitung von Martin Kitzberger, der mit 1. November vom interimistischen zum neuen Leiter aufsteigt. Trotz der heftigen Kritik aus der Belegschaft und trotz laufender Ermittlungen wegen Amtsmissbrauchs, die bei der Staatsanwaltschaft Wels anhängig sind, ging er aus dem Auswahlverfahren im Ministerium als geeignetster Bewerber hervor. Wie viele Personen sich beworben hatten, wollte der Generaldirektor für den Strafvollzug, Friedrich Koenig, nicht verraten. „Aber es waren mehr als einer, der Beste kam zum Zug.“

Vorwürfe wurden geprüft
Zur Kritik an Kitzberger, die vor allem aus Kreisen der Justizwache kommt und auch von deren Zentralausschuss bisher unterstützt wurde, meint Koenig: „Die Vorwürfe wurden intern geprüft. Wir nehmen Kritik sehr ernst.“ Zu Kitzbergers Vize wurde Major Christian Neubauer ernannt.

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Mittwoch, 25. November 2020
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