16.10.2020 18:18 |

Höchste Inzidenz

Corona-Fälle in Kuchl steigen vor Quarantäne an

In wenigen Stunden, am Samstag um 0 Uhr, tritt die Quarantäne in der Salzburger Gemeinde Kuchl (Bezirk Hallein) in Kraft. Die entsprechende Verordnung soll am Freitagabend im Rechtsinformationssystem der Republik (RIS) veröffentlicht werden. Sie beantwortet auch viele der Fragen, mit denen sich die betroffenen Gemeindebürger zuletzt an den Bürgermeister gewendet haben. Und es zeigt sich, dass die Quarantäneregelungen recht konsequent ausgelegt worden sind.

Grundsätzlich dürfen die Bewohner in den kommenden beiden Wochen den Ort nicht mehr verlassen, auch wenn sie auswärts arbeiten oder dort ein Unternehmen führen. Auch das Einpendeln von Arbeitnehmern zu Kuchler Betrieben ist nicht erlaubt. Gäste, die noch in der Gemeinde sind, dürfen ab Mitternacht nicht mehr ausreisen.

Ausnahmeregelungen gelten für alle Bereiche, die der Aufrechterhaltung der öffentlichen Infrastruktur (etwa der Müllabfuhr) und der Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs (Bäcker, Fleischer) dienen. Auch Mitarbeiter von Behörden, Gerichten und Bildungseinreichungen sind nicht von der Quarantäne betroffen. Gleiches gilt auch für Besuchsrechte getrennt lebender Eltern oder für Besuche beim Arzt oder der Physiotherapie. Auch Kinder von außerhalb, die die Pflichtschulen in Kuchl besuchen, dürften weiter in die Klasse kommen.

Bundesweit höchste Sieben-Tage-Inzidenz
Unterdessen ist in der Gemeinde die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen mit Stand Freitagfrüh auf 100 angestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die durchschnittliche Anzahl an Neuinfektionen pro Tag der vergangenen Woche pro 100.000 Einwohner - im Bezirk Hallein wuchs (Stand 14 Uhr) auf 456. Das ist mit Abstand der höchste Wert in Österreich. Bundesweit gab es in den vergangenen 24 Stunden 1163 Neuinfektionen. Die meisten Fälle gab es in Oberösterreich.

Pandemie-Müdigkeit spürbar?
Der Kuchler Bürgermeister Thomas Freylinger (ÖVP) im „Krone“-Gespräch: „Eine Verordnung gibt es ja seit Dienstag und jetzt, schon nach so kurzer Zeit, diese Verschärfung: Das kam überraschend.“ Im ORF-Interview meldete sich am Freitag der zweite Kuchler Vizebürgermeister Gerhard Brandauer (SPÖ) ebenfalls zu Wort. Er wies den Vorwurf zurück, dass die Bevölkerung in der Gemeinde die Zusammenarbeit mit den Behörden verweigern würde. Es sei zwar eine gewisse Pandemie-Müdigkeit zu spüren, „dass sich die Leute an nichts halten würden, entspricht aber nicht den Tatsachen“.

Corona-Ignoranz führte zu Quarantäne für Kuchl
Die Salzburger Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz zeigte sich - wie berichtet - frustriert über die zunehmende Ignoranz gegenüber den bisherigen Maßnahmen und beim Contact Tracing. Nicht alleine in Kuchl und im Tennengau, dort sei dies aber stark aufgefallen.
Juhasz betonte, dass sie aus infektiologischer Sicht Kuchl gerne früher gesperrt hätte.

Auch das Argument, dass das Gros der Infizierten in Kuchl gar nicht erkrankt sei, lasse sie nicht gelten. „Auch wenn jemand keine Symptome zeigt, besteht ein Risiko.“ Derzeit seien im Land zwischen 30 und 40 Prozent der Fälle asymptomatisch, der Rest symptomatisch.

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