14.10.2020 12:48 |

Binnen nur 25 Jahren!

Great Barrier Reef verlor bereits 50% der Korallen

Das australische Great Barrier Reef, das größte Korallenriff der Welt, hat seit 1995 die Hälfte seiner Korallenpopulationen verloren. Dafür verantwortlich seien der Klimawandel und die damit verbundene Erwärmung der Ozeane, berichten Forscher des ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies in Queensland im Nordosten des Landes. Sie warnen vor unwiderruflichen Schäden an dem empfindlichen Ökosystem.

Sie haben für ihre Studie die Korallengemeinschaften und ihre Koloniengröße entlang der gesamten Ausdehnung des Great Barrier Reef zwischen 1995 und 2017 untersucht und dabei herausgefunden, dass praktisch alle Korallenarten davon betroffen sind. „Wir haben festgestellt, dass die Anzahl kleiner, mittlerer und großer Korallen am Great Barrier Reef seit den 1990er-Jahren um mehr als 50 Prozent zurückgegangen ist“, berichtet Terry Hughes vom ARC Center of Excellence für Korallenriff-Studien.

Ohne Riffe brechen Ökosysteme zusammen
Riffe sind von grundlegender Bedeutung für die Gesundheit mariner Ökosysteme - ohne sie kollabieren Ökosysteme und Meereslebewesen sterben ab. Das Great Barrier Reef erstreckt sich über eine Fläche von mehr 344.000 Quadratkilometern und beherbergt mehr als 1500 Fischarten, 411 Arten von Hartkorallen und Dutzende anderer Arten.

Korallenbleiche wurde erstmals 1998 festgestellt
Teile des Great Barrier Reef vor der Nordküste von Australien sind wegen wärmerer Meerestemperaturen auch heuer wieder von einer massiven Korallenbleiche heimgesucht worden - der dritten binnen fünf Jahren. Als Bleiche - eine solche war erstmals 1998 festgestellt worden - wird ein Verblassen der farbenprächtigen Steinkorallen bezeichnet.

Korallen können sich wieder erholen
Bei zu hohen Wassertemperaturen stoßen die Nesseltiere die für die Färbung sorgenden Algen ab, mit denen sie sonst in einer Gemeinschaft zu gegenseitigem Nutzen leben. Ohne die sogenannten Zooxanthellen können sie auf Dauer nicht überleben und sterben ab, wenn sich die Algen nicht binnen einiger Wochen oder Monate wieder ansiedeln. Doch nicht alle gebleichten Korallen sterben: Leicht oder mittelschwer gebleichte Korallen können sich wieder erholen, so die Forscher.

Der Klimawandel stellt laut Experten nach wie vor die größte, einzelne Gefahr für das Riff dar. Die Vereinten Nationen haben in der Vergangenheit gewarnt, dass 90 Prozent aller Korallen auf der Welt absterben würden, wenn die globalen Temperaturen um 1,5 Grad Celsius anstiegen.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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