07.10.2020 06:13

Tochter Johanna redet

Demenz: So lebt Didi Constantini mit der Krankheit

2019 ging die Familie Constantini mit der Demenz-Erkrankung von Ex-Teamchef Didi an die Öffentlichkeit. Jetzt veröffentlichte Tochter Johanna Constantini, Psychologin, ein Buch über die Krankheit ihres Vaters. Im krone.tv-Studio spricht die 28-Jährige mit Michael Fally offen über den Unfall ihres Vaters im Juni 2019, die Rolle der Medien, Didis Alltag mit der Krankheit, ihre persönlichen Sorgen - und die Angst, ihr Vater könnte eines Tages alles vergessen, was er mit seinen Kindern erlebt hat (im Video oben).

Nach einem tragischen Unfall auf der Tiroler Brennerautobahn, in den Ex-Teamchef Didi Constantini involviert war (er verpasste eine Ausfahrt und wendete sein Fahrzeug), gab seine Familie kurz darauf bekannt, dass der heute 65-Jährige an Demenz leidet.

Gesellschaftliches Problem“
Gut ein Jahr später veröffentlichte seine Tochter Johanna das Buch „Abseitsaus der Sicht einer Tochter“ (Seifert Verlag). Darin widmet sich die Psychologin der Enttabuisierung des Themas „Demenz“ und der damit einhergehenden Diagnose ihres Vaters, wie sie im Talk mit krone.at-Sportchef Michael Fally erzählte. „Es ist ein gesellschaftliches Problem, weil man von demenzkranken Menschen immer nur die schlimmsten Geschichten hört beziehungsweise es nur die nach außen schaffen. Und wir wollten mit diesem Buch als Familie zeigen, dass da aber noch viele andere Dinge mit reinspielen“, so die Tirolerin.

Johanna Constantini, die Tochter des an Demenz erkrankten Didi Constantini, zu Gast im krone.tv-Studio bei Michael Fally. (Bild: Klemens Groh)
Johanna Constantini, die Tochter des an Demenz erkrankten Didi Constantini, zu Gast im krone.tv-Studio bei Michael Fally.

Didi „großteils zufrieden“
Über den aktuellen Gesundheitszustand ihres Vaters sagt Constantini: „Er ist großteils zufrieden, weil er auch noch so viel am alltäglichen Leben teilnehmen kann.“

(Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)

Und weiter: „Er geht zu seinem Stammtisch, schafft es auf den Fußballplatz, und wir merken, das ist sehr wichtig für ihn.“ Nachsatz: „Ob er uns irgendwann vergisst? Diese Angst schwingt immer mit.“

Norman Schenz, Kronen Zeitung

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