„Lockdown vermeiden“

Italien: Landesweite Maskenpflicht im Freien kommt

Ausland
05.10.2020 12:11

In Italien will man die Maskenpflicht zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie massiv ausweiten - so plant die Regierung, dass künftig in ganz Italien auch im Freien ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss. In manchen Regionen ist diese Maßnahme bereits in Kraft.

In den Regionen Latium, Kampanien, Kalabrien und Sizilien muss man im Freien bereits eine Maske tragen - diese Regelung soll bald für das ganze Land gelten. Die Regierung arbeitet bereits an einer neuen Verordnung. Die Maßnahme könnte schon am Mittwoch in Kraft treten.

In Rom gilt bereits die Maskenpflicht im Freien. (Bild: AP)
In Rom gilt bereits die Maskenpflicht im Freien.

Lokale sollen bald früher schließen
Die italienische Regierung prüft zudem die Möglichkeit einer früheren Schließung von Nachtlokalen, Restaurants und Bars. Bereits im August wurde festgestellt, dass sich immer mehr junge Italiener infizieren. Bei Privatfeiern wie Hochzeiten und Taufen sollen maximal 200 Personen zugelassen werden. Auch das Heer soll auf die Einhaltung der Vorschriften achten. Die Regionen sollen noch restriktivere Maßnahmen als jene der Regierung einführen können. Sie können die Regierungsmaßnahmen aber nicht auflockern.

Premier: „Wir müssen weiterhin sehr umsichtig sein"
„Wir arbeiten, um einen Lockdown wie im März zu vermeiden. Die sozialen und wirtschaftlichen Kosten wären so hoch, dass wir sie uns nicht erlauben können“, sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza.
Premier Giuseppe Conte rief die Italiener zu Achtsamkeit auf. „Wir befinden uns noch voll in der Pandemie. Obwohl die Zahl der Infektionen in Italien noch unter Kontrolle ist, müssen wir weiterhin sehr umsichtig sein“, sagte der Ministerpräsident.

Zitat Icon

Die sozialen und wirtschaftlichen Kosten eines Lockdowns wären zu hoch.

Gesundheitsminister Roberto Speranza

Die Regierung Conte will inzwischen den Ausnahmezustand wegen der Coronavirus-Pandemie vom 15. Oktober bis zum 31. Jänner 2021 verlängern. Dies wird der Regierung ermöglichen, auch in den kommenden Monaten Entscheidungen über Maßnahmen wie Ausgangssperren ohne Zustimmung des Parlaments zu treffen. Der Notstand wurde in Italien am 31. Jänner 2020 ausgerufen.

Fast 36.000 Todesfälle seit Beginn der Pandemie in Italien
2578 neue Infektionsfälle wurden in 24 Stunden am Sonntag registriert, am Vortag waren es 2844. Außerdem wurden 18 Todesfälle gemeldet, am Samstag waren es 27. Die Zahl der Toten seit Beginn der Epidemie im Februar stieg somit auf 35.986. Die Zahl der bestätigten aktiven Fälle kletterte auf 57.429, jene der in Spitälern behandelten Covid-19-Patienten wuchs von 3205 auf 3287 an, teilte das italienische Gesundheitsministerium am Sonntag mit.

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