01.10.2020 07:00 |

Preise hoch wie nie

Covid bremste Lust auf Immobilien nur kurz

Der Traum von den eigenen vier Wänden ist bei vielen Salzburgern da, bezahlbar ist er allerdings für die wenigsten. Mehr als 260.000 Euro kostet derzeit im Schnitt eine Wohnung in Salzburg – und dennoch ist die Nachfrage hoch wie seit Jahren nicht. Selbst die Coronakrise samt ihrer Folgen ändert daran vorerst nichts.

„Die Nachfrage nach Wohnungen ist seit dem Ende des Corona-Shutdowns exorbitant hoch.“ Christian Schnellinger, Branchensprecher der Immobilientreuhänder, glaubt nicht, dass die Viruskrise die Wohnungspreise drücken wird. Im Gegenteil: „Es gibt eine sehr hohe Nachfrage – für ein begrenztes Angebot.“

Wer im Bundesland Salzburg derzeit nach einem Eigenheim sucht, lässt diese Prognose erschaudern. Im ersten Halbjahr 2020 lag der Durchschnittspreis gemäß des aktuellen „Remax-Immospiegels“ bei 261.335 Euro. Damit liegt das Bundesland Salzburg klar über dem österreichweiten Schnitt. Die Stadt Salzburg ist mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 4568 Euro im Spitzenfeld. 283.139 Euro werden in der Mozartstadt für eine Eigentumswohnung fällig.

Die Preise steigen, nur nicht im Lungau
Auch der Flachgau (274.928 Euro), der Pinzgau (261.812 Euro) und der Tennengau (255.018 Euro) sind längst keine billigen Pflaster mehr. Einzig der Lungau mit einem durchschnittlichen Wohnungspreis von 179.900 Euro fällt preislich deutlich ab. Für ganz Salzburg gilt: Wohnungen sind mittlerweile um knapp ein Drittel teurer als noch im Jahr 2015.

Investieren statt Sparen auf der Bank
Im ersten Halbjahr 2020 wechselten insgesamt 1989 Wohnungen ihre Besitzer. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Rückgang von knapp 2 Prozent. Vor allem im Pinzgau und im Flachgau gab es auffallend starke Rückgänge. „In Zeiten von Corona waren eben keine Wohnungsbesichtigungen erlaubt“, nennt Schnellinger einen möglichen Grund für die leicht gefallenen Zahlen. Und: „In Zeiten der Krise wollten viele Besitzer ihre Objekte als Wertanlage dann vielleicht doch behalten.“

Mittlerweile ist davon keine Rede mehr: Aus Angst vor einer möglichen Inflation wollen offenbar immer weniger Salzburger ihr Geld auf einer Bank anlegen, sondern investieren lieber in Immobilien. „Nicht nur Wohnungen, auch Einfamilienhäuser sind gefragt wie nie“, sagt Schnellinger.

Auch die Nachfrage nach Wohnbaukrediten ist ungebrochen hoch. Die Sparkasse verzeichnete im bisherigen Jahr bei Wohnbaufinanzierungen ein Plus von knapp 5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum – und das, obwohl während des strengen Corona-Shutdowns keine Kundengespräche möglich waren.

Trotz immer höher steigender Preise ist ein Ende des Immobilien-Booms vorerst nicht absehbar. Schnellinger: „Wohnungen sind für viele die Möglichkeit, ihr noch vorhandenes Geld zu parken.“

Nikolaus Klinger
Nikolaus Klinger
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