Weil Gästeliste fehlte

Kinder durften zwei Tage nicht in die Schule gehen

Während die landesweiten Infektionszahlen am Dienstag in Niederösterreich einen positiven Tiefwert erreichten, sorgen ein erloschener und ein neuer Cluster für Aufruhr. Denn wie bekannt wurde, mussten durch die Geschehnisse um den Hochzeitscluster in Schrems im Bezirk Gmünd zahlreiche Schüler daheim bleiben. Indes steckten sich 20 Personen bei einer 80er-Feier an.

Wie viel Ärger wäre dem Schremser Bürgermeister Karl Harrer und wie viel Enttäuschung dem Brautpaar erspart geblieben, wenn den heimischen Gesundheitsbehörden von Anfang eine vollständige Gästeliste der Hochzeit vorgelegen hätte? Bis heute ist die genaue Teilnehmerzahl der Feier unbekannt. Gewiss ist indes, dass der so entstandene Cluster und das Fehlen einer vollständigen Gästeliste auch in der Volksschule vor Ort für ungewöhnliche Maßnahmen sorgten. Denn wie Alfred Grünstäudl, Leiter der zuständigen Bildungsdirektion Zwettl, der „Krone“ bestätigt, wurden vorsichtshalber alle Schüler mit türkischem Migrationshintergrund gebeten, zu Hause zu bleiben.

Auch wenn ihre Eltern und sie selbst gar nichts mit der Hochzeit zu tun hatten. „Als wir dann zwei Tage danach eine Namensliste bekommen haben, wurde diese Maßnahme sofort aufgehoben“, so Grünstäudl. Zudem sei das Fernbleiben vom Unterricht von Beginn an auch – und anders als von einem anonymen Elternteil in einem TV-Bericht behauptet – mit den Eltern so abgesprochen gewesen.

Während der Hochzeitscluster (58 Infizierte) nun aber als erloschen gilt, hält aktuell ein neuer Infektionsherd in Hofstetten-Grünau im Bezirk St. Pölten die Behörden auf Trab. „Nach einer 80er-Feier in einem Wirtshaus gelten 20 Personen als infiziert“, bestätigt ein Sprecher von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig.

Zahl der aktiven Fälle ging deutlich zurück
Weitere große Infektionsherde seien derzeit indes nicht in Sicht. Und dafür, dass die Lage gut im Griff zu sein scheint, sprach am Dienstag auch die Zahl der Neuinfizierten. Mit 45 Fällen war diese so niedrig wie lange nicht. Besonders erfreulich: 145 Personen galten als wiedergenesen.

Nikolaus Frings, Kronen Zeitung

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