27.09.2020 14:00 |

Flachgauer Bahntunnel

Umweltprüfung für Deponie in Köstendorf steht an

Nachdem der Steinkrebs die Aushubdeponie des ÖBB-Flachgautunnels im Steinbachgraben, wie berichtet, verhindert hat, musste eine Alternative gefunden werden. Die Entscheidung ist nun auf eine Deponie im Köstendorfer Ortsteil Karlsreith gefallen. Diese Möglichkeit wird nun im Umweltverfahren überprüft.

Der Aushub des geplanten Bahntunnels durch den Flachgau soll nun im Ortsgebiet von Köstendorf gelagert werden. „Wir befinden uns in einem laufenden Umweltverträglichkeitsverfahren. Dieses Verfahren dient dazu, das eingereichte Projekt als umweltverträglich oder eben nicht zu bewerten. Aus unserer Sicht ist der nun ausgewählte Standort Karlsreith genehmigungsfähig. Das zu prüfen liegt aber bei der Genehmigungsbehörde“, sagt ÖBB-Sprecher Robert Mosser. Ein Abtransport des Materials per Bahn ist damit erst einmal vom Tisch. „Unter dieser Prämisse ist es für ein vom Steuerzahler finanziertes Projekt schwer, 100 Millionen Euro mehr auszugeben, um dieselbe Thematik mit möglicherweise verstärkten Auswirkungen auf andere Mitbürger in eine andere österreichische Region zu verlagern“, fügt Mosser an.

Kritik kommt von Köstendorfs Bürgermeister Wolfgang Wagner: „Die Argumente der Bahnabfuhr wurden nicht gehört. Wir sind maßlos enttäuscht, denn in der Bewertungsmatrix sind einige Dinge nicht berücksichtigt worden.“

Sorge macht ihm vor allem das Abwasser der Deponie bei Starkregen oder Hochwasserereignissen. Das Wasser soll über eine Pipeline nach Seekirchen gepumpt werden. „Wenn das nicht funktioniert, landet das verschmutzte Wasser im Wallersee“, so der Ortschef.

Die ÖBB versicherten, dass die Bedenken ernst genommen werden und man weiter das Gespräch suchen will. Wagner ist weiterhin überzeugt, dass ein Abtransport über die Schiene machbar wäre und zudem viele Lkw-Fahrten gespart werden würden: „Zur Abdichtung der Deponie wird nämlich eine Million Kubikmeter Material benötigt.“

Felix Roittner
Felix Roittner
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