24.09.2020 08:00 |

St. Anton testet

Diskussion um Registrierung von Gästen in Lokalen

Die Touristiker in der Tiroler Wirtschaftskammer sind für eine verpflichtende Gästeregistrierung in Lokalen, um bei einem Coronafall Kontaktpersonen schneller informieren zu können. Auch LH Günther Platter unterstützt die Forderung. Datenschützer Hans Zeger ist jedoch äußerst skeptisch und sieht kaum Möglichkeiten, das in der bevorstehenden Wintersaison umzusetzen. St. Anton erprobt eine digitale Registrierung auf freiwilliger Basis. Die ersten Erfahrungen seien positiv, heißt es dort. 

Tirols Touristiker sind hochgradig nervös. Die Wintersaison rückt näher und das Corona-Chaos wächst. Immer mehr Reisewarnungen, immer mehr Auflagen, immer öfter öffentliche Aufrufe nach Coronafällen in Lokalen. Gute Werbung schaut anders aus!

Mario Gerber, neuer Tourismus-Spartenobmann in der Tiroler Wirtschaftskammer, fordert eine verpflichtende Gästeregistrierung, im Idealfall digital: „Das ermöglicht rasches und unbürokratisches Nachverfolgen von Kontakten.“ Auch LH Günther Platter kann sich dafür erwärmen. Er erhofft sich „eine Entlastung der Gesundheitsbehörden“.

Zeger: „Die gesetzliche Grundlage fehlt.“
Allein - die Umsetzung bereits im Winter ist aus jetziger Sicht kaum realistisch. „Für eine verpflichtende Registrierung braucht es eine gesetzliche Grundlage. Da reicht der Wille eines Landeshauptmanns nicht“, meint Hans Zeger, Obmann der Österreichische Gesellschaft für Datenschutz, nicht ohne ironischen Unterton. Einen möglichen Nutzen bei verpflichtender Registrierung bestreitet Zeger nicht, doch der Datenschützer bezweifelt, dass die Politik das in naher Zukunft mit allen datenschutzrechtlichen Vorgaben umsetzen kann: „Schon gar nicht, wenn es digital sein soll.“

St. Anton testet bereits digitale Registrierung
Eine freiwillige Registrierung sei unter Umständen natürlich möglich, erklärt Zeger. Diesen Weg wollen immer mehr Tourismusorte gehen. Schon weit ist St. Anton. Dort wird die digitale Gästeregistrierung bereits erprobt. Tourismus-GF Martin Ebster ist zuversichtlich, dass im Winter viele Betriebe und Gäste mitmachen. Was ihn so zuversichtlich macht? „Taucht ein Coronafall auf, werden Gäste über ihre Telefonnummer informiert. Namen müssen sie vor Ort keinen angeben“, glaubt Ebster daher an eine hohe Akzeptanz. Das System sei einfach und ohne Handy-App nutzbar.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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