22.09.2020 06:00 |

Nach Wien-Aufenthalt

Zwangsehe mit Jugendlicher arrangiert: Festnahme

Menschenhandel, Versuch der Zwangsverheiratung einer Minderjährigen, gefährliche Drohung, Körperverletzung - die Liste der schweren Vorwürfe gegen einen verdächtigen Briten ist lang. Und so klickten für den 48-jährigen Mann jüngst nach einem Wien-Aufenthalt auf dem Flughafen von Bristol die Handschellen.

Die aktuellsten Schätzungen sind erschütternd: Laut Unicef sollen pro Jahr weltweit rund zwölf Millionen minderjährige Mädchen verheiratet werden. Und dies (meist) nicht freiwillig. Ein schockierendes Verbrechen, das auch in Österreich zu finden sei: Wie eine Studie ans Licht brachte, wären rund 200 Mädchen jährlich bei uns von Zwangsehen betroffen. Wie jene Minderjährige aus England, die der jetzt verhaftete Verdächtige in der Türkei zwangsverheiraten wollte.

Körperliche Gewalt und Psychoterror
Über ein Jahr soll Sami F. aus Thornbury „daran gearbeitet“ haben, die Jugendliche in den „Hafen der Ehe“ zu drängen. Unter anderem mit körperlicher Gewalt und Psychoterror. Die Türkeireise sei bereits arrangiert gewesen. So weit ließen es die Ermittler nicht kommen: Nach mehrtägigem Aufenthalt in Wien wurde der Verdächtige nach der Landung auf dem Flughafen Bristol festgenommen. U-Haft.

Ob sein Österreich-Besuch mit dem Verdachtsfall im Zusammenhang stand, und ob das Opfer möglicherweise gar mit dem mutmaßlichen Menschenhändler verwandt ist, will die Behörde (noch) nicht preisgeben.

Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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