Sanitätsstab besorgt:

Corona-Virus als Stammgast im Wirtshaus

Dramatisch angestiegen ist nicht nur die gestrige Zahl der Neuinfizierten auf 159, sondern jüngst auch die Zahl jener Erkrankten, die über Symptome klagen. Besonders stark zu schaffen machen den Behörden aktuell zwei Cluster, die ihren Ursprung in Wirtshäusern haben. Weitere Fälle gelten als wahrscheinlich.

Was „Krone“-Leser schon gestern in der Früh wussten, wurde im Laufe des Tages dann auch offiziell bestätigt: Der Cluster um einen infizierten Personenkreis, der im Bezirk Zwettl sowohl das Dämmerschoppen in einem Wirtshaus als auch eine Hochzeit besuchte, machte - wie berichtet - ein umfangreiches Screening in der Waldviertler Baufirma Hartl-Haus nötig. „Die Zusammenarbeit mit den Behörden funktioniert zum Glück sehr gut. Acht unserer Mitarbeiter gelten aktuell leider als infiziert, insgesamt 40 Angestellte als Verdachtsfälle“, erklärt Yves Suter, Geschäftsführer des Unternehmens. Noch heute sollen die ersten Ergebnisse der mehr als 100 Mitarbeiter-Testungen vorliegen. Insgesamt gehen auf den Cluster 37 Fälle zurück. Vom Wirtshaustisch aus verbreitet dürfte sich das Virus auch in Krummnußbaum, Bezirk Melk, haben. Laut Behörden sind gleich 34 Fälle auf den Stammtisch zurückzuführen.

Drei von vier Erkrankten klagen über Symptome
„Sehr deutlich gedreht“, hat sich laut Angaben des Landessanitätsstabs mittlerweile die Zahl jener, die nach einer Ansteckung mit dem Virus über Symptome klagen. „Knapp 75 Prozent der Personen die sich aktuell anstecken, klagen dann auch über typische Krankheitsanzeichen.

Damit steigt auch die Gefahr, das Virus weiterzugeben“, heißt es aus dem Gremium. Besonders gefährdet, sich mit dem Virus zu infizieren, seien Berufsgruppen, bei denen viel direkter Kundenkontakt besteht. „Zuletzt wurden auch zwei neue Mini-Cluster um Tanzkursgruppen bekannt“, so ein Sprecher von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SP).

Auf die steigenden Zahlen reagiert indes auch die VP. „In allen Bezirken werden Online- und Telesprechstunden in den Geschäftsstellen abgehalten“, erklärt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Dennoch wird es auch Konjunkturgespräche mit Unternehmern und Arbeitnehmern geben: „Aber im kleinen Kreis.“

Aus Sicherheitsgründen bereits abgesagt wurde inzwischen die Autoerlebnismesse in Wiener Neustadt.

Nikolaus Frings, Kronen Zeitung

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