21.08.2020 06:01 |

Auch auf Almen

Bissige Dornfingerspinnen verteidigen ihre Gelege

Unsere alten Bauern kennen sie nur zu gut! Denn immer wieder mussten sie beim Sensenmähen auf Talwiesen die schmerzhaften Bisse der Dornfinger-Ammenspinnen hinnehmen. Wegen des Klimawandels wandern die wärmeliebenden Tierchen immer weiter Richtung Alm. Wanderer sind daher zur Vorsicht aufgerufen.

„Die Dornfingrigen sind die einzigen für Menschen relevanten Giftspinnen Mitteleuropas. Ihr Bissschmerz entspricht dem eines Wespenstichs“, versucht Naturschutzbund-Vizepräsident Johannes Gepp zu beruhigen. Er muss allerdings zugeben, dass allergischen Reaktionen bis zu drei Tage anhalten können.

Und doch tut der grellrot gefärbte Gliederfüßler, der zoologisch gesehen nicht zu den Insekten gehört, nur das, was ihm die Natur gebietet. Denn gebissen wird, um das Gelege zu verteidigen. Und weil es eben jetzt gilt, den Nachwuchs zu verteidigen, sind die Ammenspinnen gerade besonders aggressiv. Darum muss sich auch jeder Wanderer, der sich ins Gras setzt, der Ökogefahr bewusst sein.

In immer größeren Höhen anzutreffen
Und das in immer größeren Höhen. Denn früher war das Getier nur in flacheren Regionen der Oststeiermark und des Südburgenlands heimisch, jetzt sind sie sogar auf Almen schon anzutreffen. Die Wahrscheinlichkeit eines Bisses beträgt zwar nur 1:300.000, doch die Attacken häufen sich.

Zu spaßen ist nicht mit den Tieren. Denn bei Bissen in die Finger treten Schmerzen und Druckempfindlichkeit in den Lymphknoten der Achselhöhlen auf. Selten, aber doch gibt es schwerere Verläufe mit Schüttelfrost, Schwindel, Erbrechen, leichtem Fieber oder sogar Kreislaufversagen. Dann muss der Notarzt gerufen werden, der ein Gegenmittel spritzt ...

Mark Perry, Kronen Zeitung

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