Krimi-Autorin

Alex Beer: „Ach, Männer sind doch eh total simpel“

Historische Krimis, die die Leser gleichzeitig unterhalten und ihnen eine vergangene Epoche näherbringen, boomen. Daniela Larcher entführt unter dem Pseudonym Alex Beer seit einigen Jahren höchst erfolgreich ins Wien der Zwischenkriegszeit. Am 1. September liest sie beim Krimi-Literatur-Festival in Seewalchen.

„Krone“: Coronabedingt wurden viele Romane verschoben - Ihr Krimi war nicht betroffen.
Alex Beer: Ja, da hatte ich Glück, meine August-Emmerich-Reihe ist schon recht etabliert, die Leser haben schon auf den Titel gewartet.

„Krone“: Zuvor schrieben Sie Regionalkrimis unter Ihrem bürgerlichen Namen. Warum nun das geschlechtsneutrale Pseudonym Alex Beer?
Beer: Der Verlag wollte eine Abgrenzung zu den bisherigen Krimis, da diese ganz anders waren. Tatsächlich glauben fast alle Leute, es stecke ein Mann dahinter, ich bekomme viele Zuschriften an „Herrn Beer“. Ich habe das nicht erwartet. Meine Bücher sollen einfach Spaß machen, der Name ist egal.

„Krone“: Warum die Zwischenkriegszeit als „Tatzeit“?
Beer: Mir wurde bewusst, dass ich über diesen Teil der österreichischen Geschichte gar nichts weiß. Es ist ein kurzer Abschnitt, in dem aber viel passiert ist, die Zeiten waren sehr hart. Ich dachte, wenn ich schon viel recherchieren muss, dann bilde ich mich dabei.

„Krone“: Wie recherchieren Sie?
Beer: Ich lege die Tage fest, an denen meine Handlung passiert, gehe dann im digitalen Zeitungsarchiv der Nationalbibliothek eine Woche zurück und lese jede Zeitung, die es damals gab. Das gibt einem einen super Überblick über den damaligen Alltag und welche Themen gerade im Gespräch waren.

„Krone“: Der Wiener Dialekt blitzt immer wieder auf, aber nur in bestimmten Dialogen. Wie entscheiden Sie das?
Beer: Das ist tatsächlich ein Riesenthema. Zuerst überlegten wir, mit Fußnoten zu arbeiten, Leser aus Deutschland würden sonst nicht alles verstehen. Aber es ist Unterhaltungsliteratur, daher haben wir das gelassen und nur einzelne Nebenfiguren Wienerisch reden lassen, für das Lokalkolorit.

„Krone“: Ist es für Sie schwer, sich in einen männlichen Kommissar hineinzuversetzen?
Beer: Ach, Männer sind doch eh total simpel. Gerade der Emmerich, der denkt nicht viel, der handelt.

Interview: J. Gaderer/Kronen Zeitung

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Montag, 21. September 2020
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