12.08.2020 06:00 |

Bibliotheken beliebt

Steirer in Corona-Zeit von Lesevirus befallen

Der Lockdown ließ viele Steirerinnen und Steirer zu Büchern greifen. Die Zahl der Nutzer in den 188 heimischen Bibliotheken steigt, auch das Angebot wächst - vor allem auch online. Der Großteil der steirischen Bibliothekare ist weiblich - und arbeitet ehrenamtlich.

Seit Jahrzehnten wird der Untergang der Lesekultur heraufbeschworen. Aber stimmt dieses Bild überhaupt? Eine deutsche Studie belegt aktuell zwar, dass junge Generationen verhältnismäßig wenig Bücher lesen - dafür aber viele Texte online konsumieren und produzieren. Aber in den steirischen Bibliotheken ist eine Lesefaulheit derzeit noch nicht zu merken. Seit Jahren steigt die Zahl der Nutzer sowie der Entlehnungen und vor allem die Online-Leihe erfreut sich großer Beliebtheit.

„Die 188 öffentlichen Bibliotheken in der Steiermark sind wesentliche Orte der kulturellen Bildung“, sagt Michaela Haller vom Lesezentrum Steiermark. Ihr Verein ist Service- und Koordinationsstelle der heimischen Bibliotheken - deren Zahl in den vergangenen Jahren ebenfalls gestiegen ist. Auch die Befürchtungen, dass wegen der Gemeindefusionierungen Bibliotheken in den Regionen geschlossen werden, traf nicht ein.

Workshops, Lesungen und Bohrmaschinen
Um attraktiv zu bleiben, haben die Bibliotheken ihr Angebot in den vergangenen Jahren stark ausgebaut: „Das Ausleihen von Büchern bleibt zwar unsere Kernaufgabe, aber die Arbeit hat sich diversifiziert“, so Haller. So werden etwa auch Workshops angeboten, man veranstaltet Lesungen und gibt jungen Eltern Tipps für die Leseförderung. In der Grazer Stadtbibliothek gibt es seit einigen Wochen sogar eine „Bibliothek der Dinge“ mit dem wunderbaren Namen „Dingeborg“, wo man sich unter anderem auch Toaster und Bohrmaschinen ausborgen kann.

Ehrenamtliche leisten wichtige Arbeit
Am Leben gehalten werden die Bibliotheken vielerorts übrigens von Ehrenamtlichen: „An die 90 Prozent der Mitarbeiter in den Bibliotheken machen die Arbeit ehrenamtlich“, lobt Haller. Viele von ihnen haben den Betrieb auch während der Corona-Sperre aufrecht erhalten: „Es gab Vorlese-Aktionen im Internet, es wurden eigene Ausleihstationen gebaut und manche Bibliothekarinnen haben sogar Bücher individuell zugestellt“, so Haller.

Und so konnte man auch in Coronazeiten einen Zuwachs vermelden: „Es gab in der Zeit alleine 3700 neue Nutzer, die sich für die Online-Leihe registriert haben“, weiß Haller. Genutzt wird diese übrigens vor allem von Erwachsenen: „Die Jugend liest zwar weniger, aber wenn, dann wollen sie eher ein Buch in der Hand halten“, so Haller.

Nicht zuletzt deshalb wird die Bibliothek als Ort des Stöberns in Bücherregalen wohl weiterhin relevant bleiben. Das Land Steiermark hat dafür einen Entwicklungsplan zur Unterstützung von Bibliotheken vorgelegt, der bis zum Jahr 2022 noch zahlreiche weitere Neuerungen bringen soll.

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