10.08.2020 05:59 |

Bewaffneter Überfall

Französische Entwicklungshelfer im Niger getötet

Bei einem Angriff im westafrikanischen Niger sind acht Menschen getötet worden, darunter sechs französische Entwicklungshelfer. Bewaffnete Angreifer töteten die Gruppe, die zunächst als Touristen beschreiben wurde, ihren einheimischen Fahrer und ihren Fremdenführer, wie der Gouverneur von Tillabéri, Tijani Ibrahim Katiella, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP sagte. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Die Gruppe sei in einem Gebiet 65 Kilometer entfernt der Hauptstadt Niamey angegriffen worden, in dem die letzten Giraffenherden Westafrikas vorkommen, sagte der Gouverneur der Tillaberi-Region der Nachrichtenagentur Reuters. „Sie wurden abgefangen und getötet.“ Fast alle Opfer seien erschossen worden. Einer Frau sei zunächst die Flucht gelungen, bevor die Angreifer sie eingeholt und ihr die Kehle durchgeschnitten hätten.

Demnach wurde am Tatort ein leeres Magazin gefunden. Die Identität der Angreifer sei unbekannt. Sie seien auf Motorrädern durch das Buschland gekommen und hätten dann an der Straße auf die Touristen gewartet. Das Fahrzeug der Gruppe gehörte demnach der französischen Hilfsorganisation ACTED, die auf humanitäre Hilfe spezialisiert ist.

Die Getöteten waren zunächst als Touristen beschrieben worden. Der Verteidigungsminister des Niger sagte Reuters jedoch, die sechs Franzosen seien für eine internationale Hilfsorganisation tätig gewesen. Das bestätigte die Organisation ACTED, die auf humanitäre Hilfe spezialisiert ist. Das Büro des französischen Präsidenten Emmanuel Macron bestätigte den Anschlag.

Politisch instabile Region
Die Region Tillabéri ist ein politisch instabiles Gebiet. Sie liegt im Grenzgebiet zwischen dem Niger, Burkina Faso und Mali und ist ein Rückzugsort für Islamisten - unter anderem für die Extremistengruppe EIGS, die der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen hat. Frankreich warnt vor Reisen in bestimmte Teile des Nigers, wo radikal-islamische Gruppen wie Boko Haram und IS-Ableger aktiv sind.

Die im Gebiet von Kouré lebende Westafrikanische oder Nigergiraffe ist eine Unterart der Giraffen, die sich durch eine hellere Fellfärbung auszeichnet. Die Tiere sind eine der wichtigsten Touristenattraktionen in der früheren französischen Kolonie Niger.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.