07.08.2020 23:02 |

Maschine zerbrochen

Indien: Mehrere Tote bei dramatischer Bruchlandung

In Indien ist am Freitagabend gegen 19.40 Uhr (Ortszeit) eine Maschine der Air India Express nach dem Aufsetzen über die Landebahn hinaus gerast und in zwei Teile zerbrochen. An Bord des Jets, der aus Dubai gekommen war, befanden sich 190 Menschen, darunter auch zehn Kinder. Entgegen ersten Meldungen kamen bei der dramatischen Bruchlandung mindestens 18 Menschen - darunter auch der Pilot - ums Leben, 123 wurden verletzt, 15 von ihnen schwer.

Der Vorfall ereignete sich bei der Landung am Karipur Airport, einem internationalen Flughafen nahe der Stadt Kozhikode im südindischen Bundesstaat Kerala. Die Air-India-Express-Maschine (Flug IX 1344) aus Dubai sei bei der Landung über die Landebahn hinaus geschlittert, berichtete ein Sprecher der Zivilluftfahrtbehörde. 

Nachdem das Flugzeug über die auf einem Plateau liegende Landebahn gerutscht war, stürzte es in einen zehn Meter tiefen Graben. Dabei zerbrach die Maschine in zwei Teile. Die Piste ist schwierig anzufliegen, denn sie befindet sich auf einem Hügel.

Heftiger Regenfall bei Landung
Der starke Regen habe den Einsatz schwierig gemacht, sagte ein Mitarbeiter der Einsatzkräfte. Auch als die Maschine auf der Landebahn aufsetzte, hatte es bereits heftig geregnet. Zurzeit ist in Indien Monsunzeit, die gewöhnlich von Juni bis September dauert. Während dieser Zeit gab es in Indien in der Vergangenheit schon mehrere Flugzeugunglücke.

Immerhin sei das Flugzeug nicht in Flammen aufgegangen, hieß es von der Zivilluftfahrtbehörde. Damit ist wohl eine größere Tragödie verhindert worden. Auf dem Boden wurde die Maschine trotz Regen weiter mit Wasser bespritzt, wie Fernsehbilder zeigen. Mittlerweile konnten die Bergungsarbeiten abgeschlossen werden. 

Pilot und Kopilot unter Todesopfern
Das Cockpit wurde schwer beschädigt, der Pilot überlebte das Unglück nicht. Er wurde mittlerweile als Commander Captain Deepak Sathe identifiziert. Auch der Kopiloten, dessen Zustand zuvor von einer indischen Nachrichtenagentur als kritisch beschrieben worden war, starb später an seinen schweren Verletzungen. Mindestens 123 Menschen wurden bei dem Unglück verletzt.

Dutzende Verletzte im Krankenhaus
Alle Verletzten seien in Krankenhäuser gebracht worden, sagte ein ranghoher Polizeimitarbeiter. Mindestens 15 von ihnen seien schwer verletzt. Nach Angaben der zuständigen Regionalbehörden könnte die Zahl der Toten auf 30 bis 40 steigen. Die meisten Todesopfer hatten in den vorderen Reihen gesessen. 

Die Zivilluftfahrtbehörde kündigte eine Untersuchung des Unglücks an. Damit solle herausgefunden werden, ob der Regen das Schlittern des Flugzeugs verursacht hatte oder ob die Bremsen nicht funktioniert hätten.

Teil des Corona-Rückholprogramms
Der Flieger war Teil eines Rückholprogrammes von indischen Bürgen, die wegen des Coronavirus im Ausland gestrandet waren. Laut der Flugtracking-Website FlightRadar24 war die Maschine vor der Landung zunächst mehrere Runden über dem Flughafen geflogen.

Indiens Premier Narendra Modi twitterte (Tweet oben): „Meine Gedanken sind mit denen, die ihre Liebsten verloren haben. Mögen die Verletzten so schnell wie möglich genesen.“

Michaela Braune
Michaela Braune
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