14.09.2010 13:06 |

Anlage in Müllendorf

Getränkeindustrie setzt auf "Recycling der Zukunft"

Seit 2006 unterhalten die fünf größten heimischen Getränkehersteller – Coca-Cola, Radlberger, Rauch, Spitz und Vöslauer – in Müllendorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) ein Gemeinschaftsunternehmen zur Wiederaufbereitung von Plastikflaschen. Die Anlagen dieser PET-to-PET-Recycling-Österreich GmbH wurden in den vergangenen Monaten um 2,5 Millionen Euro erweitert und modernisiert.

Damit sei man dem Ziel, nahezu jede Flasche wiederverwenden zu können, einen großen Schritt näher gekommen, erklärten PET-to-PET-Geschäftsführer Christian Strasser und Werner Knausz, Vorstand der Altstoff Recycling Austria AG (ARA) am Dienstag. Mit der erweiterten Anlage können nun jährlich bis zu 570 Millionen PET-Flaschen wiederverwertet werden. Die Anlage ist für Strasser ein "Vorzeigeprojekt in Europa", das "Impulse für die Wirtschaft, für den Arbeitsmarkt und für die österreichische Technologie" bedeutet. Installiert wurden die Maschinen von der Starlinger & Co GmbH., das Projekt förderten das Land Burgenland und die EU.

Alte Flaschen werden besser verwertet
Mit der neuen Technologie kann der Anteil von recyceltem PET (Polyethylenterephthalat) bei neuen Flaschen erhöht werden. Mit dem aktuellen Verfahren wird – aufgrund der Form des Recyclinggutes – nur aus jeder dritten "alten" Flasche eine neue. Dieser Prozentsatz soll mit dem neuen Verfahren – das eine Schmelzung des Materials beinhaltet – auf 80 Prozent angehoben werden. "Mehr wird schwer möglich sein, da lebensmittelrechtliche Vorschriften einen gewissen Prozentsatz neuen PET-Materials vorschreiben", so Knausz.

Laut Knausz sind solche Investitionen notwendig, um die EU-Umweltziele für 2020 zu erreichen. "Diese sind bei jetzigem Stand nicht einzuhalten", erläuterte der ARA-Vorstand. Das betrifft natürlich auch andere Industriezweige wie die Elektronik-, Auto- oder Holzbranche. "Warum sollte es nicht gehen, aus einem Fernsehergehäuse wieder eines zu machen", fügte Strasser zu.

Langer Weg von alter zu neuer Flasche
Im heimischen System schaffen die Getränkehersteller die Plastikflaschen in die Supermärkte. Die Verbraucher bringen sie dann nach der Konsumation zum Recycling-Behälter – der sogenannten "gelben Tonne". Laut ARA landen acht von zehn Flaschen darin. Sie wandern dann von der ARA zu PET-to-PET und werden in einem patentierten Verfahren gewaschen, getrocknet und zerkleinert. Am Ende dieser Prozesse entstehen kleine Kügelchen, die wieder die Basis für neue PET-Flaschen bilden.

Das Recyclinggut ist für die Getränkeindustrie um rund 10 Prozent günstiger als neues PET. Beliefert werden seitens PET-to-PET alle heimischen Hersteller. Die Verteilung erfolgt dabei im selben Ausmaß, in welchem die Unternehmen Plastikflaschen in den Wirtschaftskreislauf einbringen, sagte Strasser. PET-to-PET beschäftigt 45 Mitarbeiter.

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