"Bald Sklavenarbeit"

Kürzungen stehen ins Haus: Landwirte bangen um ihr Geld

Steiermark
14.09.2010 09:20
"Wer das will, der will Landwirtschaft mit Gentechnik, ohne Umwelt- und soziale Standards, wo Sklavenarbeit erlaubt wird!" Scharf schießt Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch zurück gegen jene, die Ausgleichszahlungen für unsere Bauern infrage stellen. Eine große Unterschriftenaktion soll deren Position stärken.

"Dass ich dabei bin, ist meine Solidaritätskundgebung für die steirische Bauernschaft", stellte sich Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer demonstrativ neben Grillitsch und Landwirtschaftskammerpräsident Gerhard Wlodkowski.

Worum es geht? Günther Kräuter (SPÖ) hatte jüngst, sich aufs WIFO berufend, ein "faires Sparprogramm und mehr Gerechtigkeit im Agrarbereich" verlangt. Eckdaten: Einsparungen in der Höhe von 80 Millionen Euro, Einstellung von Hilfe für "Superreiche", die ihr Haupteinkommen in anderen Bereichen sehen etc.

Zehn "superreiche" Bauern in der Steiermark
In Wahlkampfzeiten fällt die Antwort darauf vielleicht noch ein bisschen härter aus - aber die ÖVP-Vertreter sehen in innerstaatlichen Disputen vor allem die Position für Verhandlungen mit der EU geschwächt, die jetzt wieder anlaufen. Man führt plakative Beispiele ins Feld: So wären die "Superreichen", also jene, die mehr als 100.000 Euro Förderung pro Jahr bekommen, in der Steiermark genau einmal zehn Stück.

Wlodkowski: "Dafür schaut's so aus: 1970 musste man für die Lebensmittel 33 Prozent seines Gehaltes rechnen - heute sind es 13. So etwas geht aber natürlich nur über Förderungen." Außerdem hätten große Lebensmittelkonzerne jetzt wieder echte Preisschlachten angekündigt, "und auf welchem Rücken wird das wohl wieder ausgetragen?"

Ab sofort wird unter dem Titel "Kampf um unsere Bauernhöfe!" eine groß angelegte Unterschriftenkampagne durchgeführt.

von Christa Blümel, "Steirerkrone"

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